Archive for the ‘Sportklettern’ Category

Berlin – Kirchbachspitze

Montag, Juni 23rd, 2008

Ziemlich heißes Wetter in Berlin gestern, mit Temperaturen um 30 Grad, aber wir trafen uns trotzdem mit Heinrich an der Kirchbachspitze. Meine Verletzung von der Brunkensen-Geschichte schienen eigentlich vor dem Wochenende gut verheilt zu sein, allerdings meldeten sich die Rippen schon im Laufe des Wochenendes. Also stieg Heinrich die meisten Routen vor, und ich merkte beim Topropen schon gewisse Bewegungseinschränkungen. Am Ende stieg ich nur eine 6+, die Heinrich topropen wollte, und eine körperlich sehr harte 5+, die eine Gruppe Damen nicht im Vorstieg über die Crux brachten (in Toprope schafften sie es dann), vor. Wie dem auch sei, genau da mußte ich mich doch einige Male stark drehen, und das tat meinen angeknacksten Rippen nicht gut. Als wir schließlich bei Rikita ankamen, waren die Schmerzen unerträglich.

Ich hoffe mal, dass sich dies bis zum nächsten Wochenende wieder gibt, zumal wir eventuell wieder an den Ith fahren wollen, wenn das Wetter mitspielt.

Brunkensen – Crash Test am Helleberg

Montag, Juni 16th, 2008

Wir hatten an diesem Wochenende nur einen Tag zum klettern zur Verfügung, also radelten wir nach Brunkensen, welches ca 35 km von meinem Wohnort weg liegt. Auf der Hinfahrt hatten wir noch Glück mit dem Wetter, aber bei unserer Ankunft fing es an zu regnen. Gott sei Dank waren es nur kurze Schauer, so daß wir trotzdem mit dem Klettern anfangen konnten, zur Eröffnung mit einer 6- Sport Route. Im unteren Bereich war der Fels noch etwas feucht und rutschig, aber es wurde mit zunehmender Höhe immer besser. Rikita schaffte die Route bravourös in Toprope und kletterte dann noch eine 3+ am selben Umlenker, die sie eigentlich vorsteigen wollte – da sie sich aber an einigen Stellen etwas unsicher fühlte, entschied sie sich unter diesen Wetterbedingungen dagegen.

Einstieg zum Abendweg

Danach kletterten wir eine 4 Trad Route, und Rikita kletterte noch eine weitere am selben Umlenker in Toprope. Mir stand der Sinn nach größeren Herausforderungen – und es gab an diesem Felsen 2 7er Trad Routen, die mich reizten. In die erste kam ich nicht einmal richtig rein, da ich nach den ersten Zügen im Dach keinen echten Griff ausmachen konnt. Nachdem ich verschiedene Varianten probiert hatte, brach ich meinen Versuch frustriert ab und marschierte zur nächsten. In diese kam man vergleichsweise leicht, da sie den Anfang mit einer 6- Route teilte und erst in ca 5 m Höhe abwich. Nachdem ich eine gute Sicherung mit einer Schlinge wegen der Seilführung verlängert hatte kam ich noch weit genug in die 7er, um in sehr wackeliger Position noch eine weitere Sicherung zu legen – und dann war Feierabend, nicht nur kein guter Griff, sondern gar keiner mehr. Nach einigen frustrierenden Anläufen entschloß ich mich, hier abzubrechen und statt dessen die 6- zu Ende zu klettern. Ich legte mehr oder minder fahrig noch eine weitere Sicherung und kam an der Crux an – die nicht so einsichtig war, dass meine erste Lösung funktionierte. Vom ganzen Frust vorher angefressen, entschloß ich mich einfach schnell auf Reibung hochzuschießen. Meine nächsten Eindrücke waren Rikitas Schreie, das satte Ping von zwei herausgedrückten Sicherungen, das Aufschlagen auf einem Vorsprung, bevor mich dann die letzte verlängerte Sicherung einen Meter über dem Boden abfing.

Platzieren der ersten Sicherung am Abendweg

Nun, abgesehen von ein paar Abschürfungen und blauen Flecken am linken Oberschenkel und Ellbogen, sowie in den Rippen war nichts weiter passiert, so daß ich nach einer Zigarettenpause zur Sammlung wieder raufging. Diesmal verbrachte ich mehr Zeit um noch eine weitere Sicherung zu legen, aber irgendwie hatte mir die Aktion den Zahn gezogen, und so entschlossen wir uns statt dessen, die Sache lieber in Toprope anzugehen. Rikita hängte selbige von der anderen Seite des Felsens von oben ein. Ich war nun richtig frustriert und verärgert, als ich sah, wie einfach die Stelle eigentlich gewesen war, als ich in Toprope leicht drüberkletterte. Also versuchte ich mich danach gleich noch an der Stelle, wo mich die 7 gestoppt hatte, aber die Konzentration und Spannung waren nun weg, so dass ich schon nach kurzer Zeit dort aufgab. Rikita schaffte die 6- ebenfalls, wenn auch an der Crux mit Seilunterstützung.

Nun ließ auch das Adrenalin nach und die Schmerzen kamen durch, gerade beim Sichern spürte ich doch deutlich den Druck des Gurtes am Oberschenkel. Also radelten wir zurück, und keine Minute zu früh, da wir im zweiten Teil der Tour noch gehörig naß wurden.

Trotzdem war es ein guter Nachmittag – den ich als Lernerfahrung notiere, und der mich in Zukunft sicher zu mehr Vorsicht beim Legen der Sicherungen veranlaßen wird – eben auch bei leichten Routen. Na, zumindest in den nächsten paar Wochen werde ich da auch noch ein paar spürbare Erinnerungshilfen haben 😉

Berlin – Kirchbachspitze

Sonntag, Juni 8th, 2008

Da ich an diesem Wochenende wieder in Berlin war, gingen wir am Samstag an der Kirchbachspitze zusammen mit Sigrid und Jonas klettern. Es war ausgesprochen heiß, so dass zur Abwechslung mal der Chalkbeutel obligatorisch war.

Rikita schlug sich sehr gut, und kletterte alle Routen die ich vorstieg nach, und stieg sogar zwei kürzere vor, wie auch Sigrid.

Mir gelang es alle Züge einer 7+/8- Route hinzubekommen, allerdings werde ich sie wohl noch ein bis zweimal topropen müssen, bevor ich sie im Vorstieg wagen werde. Am Ende schmierte ich bei der letzten Route augrund mangelnder Konzentration auch mal ab, nachdem wir auch fast 5 Stunden geklettert waren.

Alles in allem aber ein sehr netter Kletternachmittag.

Ith – zweites Kletterwochenende

Montag, Juni 2nd, 2008

Heinrich, Sigrid und ihr Sohn Jonas fuhren mit uns am Wochenende in den Ith. Wir kamen am Freitag Abend an, und obwohl wir nach dem Zeltaufbau auch einen Grillabend geplant hatten, konnten wir es natürlich nicht abwarten, an die Felsen zu kommen. Wir kletterten einige einfache Routen an der Hexenkanzel, um Sigrid und Heinrich einen ersten Eindruck der Gesteinsbeschaffenheit zu geben. Wir kletterten bis zum Einbruch der Dunkelheit, und kamen dann doch noch spätabends zu unserem wohlverdienten Grillfleisch. Nichtsdestotrotz verabredeten wir einen frühen Aufbruch am nächsten Morgen. Der Zeltplatz war noch erstaunlich leer, aber ich hatte das Gefühl das es sich am Samstag doch deutlich füllen würde.

Da Rikita und Sigrid etwas länger brauchten, zogen Heinrich und ich voraus, um schon die eine oder andere Route vorzusteigen. Die frühe Stunde bescherte uns relativ freie Felsen an so beliebten Zielen wie dem Teufelstrichter. Als es dort doch ein wenig zu voll wurde, wichen wir an die Breite Wand aus, wo ich unter anderem eine 6er Trad Route namens Kir Royal und ein kleines Dachproblem namens Pernod-Dach (6+) vorstieg. Heinrich hatte leider wieder muskuläre Probleme in den Oberarmen, die ihn trotz Tapen das gesamte Wochenende über etwas behinderten. So versuchten sich nur Sigrid und Rikita am Pernod-Dach in Toprope, schafften es beide aber nicht, obwohl Sigrid schon recht dicht dran war – Rikita hatte da eher Probleme mit einer recht unangenehmen Körperhaltung beim Aufrichten für das Dach, so dass sie schließlich abspringen mußte.

Ulrike am Pernod-Dach

Danach marschierten wir an das Kamel, welches auf der West-Seite eine fast 30 Meter lange schöne Route hat – die natürlich leider ständig umlagert ist. Da es nun schon nachmittags war, beschloßen wir daher zum Kochen und einer kurzen Siesta auf den Campingplatz zurück zu gehen, um dann am Abend weiterzuklettern. Es war nicht ganz so heiß, wie die Wettervorhersage angekündigt hatte, aber dies schien doch die sinnvollste Lösung zu sein. Der Campingplatz war kaum wiederzuerkennen, wie vermutet war das Gros der Kletterer erst am Samstag eingetroffen.

Wohl gestärkt gingen wir nach unserer Pause dann zu den dem Campingplatz fernsten Felsen, um uns von dort rückwärts zurück zu arbeiten – allerdings waren die meisten guten Felsen, wie z.B. der Zwilling doch noch ziemlich voll, so dass wir am Ende an dem Nordwestlichen Buchenschluchtfelsen kletterten. Heinrich stieg dort als erstes eine Route vor, die im Vorstieg nicht ganz ohne ist, zumal im letzten Teil ein Körperriß war, der es zumindest im Vorstieg in sich hatte. Wir stiegen danach noch eine andere Route vor und bewegten uns dann in Richtung Campingplatz zurück. Am Mittagsfelsen angekommen, konnte Heinrich gerade noch eine Route zu Ende vorsteigen, bis uns der einsetzende Regen dann zum Umkehren zwang.

Heinrich in Aktion (bin mir nicht sicher, welche Route das ist)

Leider regnete es sich ein wenig ein, was wir zum Anlaß nahmen früh zu Bett zu gehen, und uns für den nächsten Tag einen sehr frühen Start vorzunehmen (wir wollten bei geeignetem Wetter um halb sechs aufstehen), um so den Massen zu entgehen – leider war es dann aber doch noch zu feucht, so dass wir weiterschlafen konnten. Auch als wir dann so gegen neun losmarschierten, waren die Felsen zum Teil noch sehr feucht. Wieder waren Heinrich und ich das Vorauskommando – allerdings waren wir während aller Routen, die wir an der Wilhelm-Raabe-Klippe kletterten, unter uns – die Damen waren mit Jonas an den Probierstein gegangen, wo dann auch er ein wenig klettern konnte.

 

Jonas am Probierstein

Wir kletterten ein paar schöne Trad und Sportrouten, die allerdings durch die feuchten Bedingungen doch um einiges schwerer waren. Die Damen stießen dann erst am Kamel zu uns, wo wir nach einiger Wartezeit dann endlich die begehrte West-Kante klettern konnten. An sich war die Route sehr leicht, nur weiter oben gab es eine ziemlich uneinsichtige Stelle, an der ich mich dann irgendwie hochwuchtete, aber es war schon für etwas Adrenalin gesorgt (ebenso durch ein Seil, dass jemand zum Abseilen mitten in die Route von oben geworfen hatte), nicht nur bei mir, sondern auch bei Rikita, die auf halber Höhe mit ihrem Fotoapparat auf mich wartete (man kann dort von hinten auf die Höhe des ersten Standplatzes gehen). Nach meiner Erfahrung riet ich Heinrich in Anbetracht seiner Verletzung von einem Vorstieg dort ab – allerdings hatten weder er, noch die beiden Damen sonderliche Schwierigkeiten mit der Route in Toprope.

 

An der West-Kante des Kamels

Da es am Kamel insgesamt sehr voll und laut war (zwei Jugendgruppen belagerten diesen Felsen), wichen wir dann wieder zu den hinteren Felsen aus – und endeten wieder am Mittagsfels, wo zunächst Heinrich eine sehr feuchte Rißroute vorstieg, die allerdings nicht besonders einladend aussah, so daß ich am Ende zum Abschluß noch einmal die Route, die er bereits am Vortag im Regen geklettert war, einhängte. Denn es war Zeit, zum Zeltplatz zurück zu gehen und die Zelte abzubauen – darüber hinaus war mein Energieniveau schon deutlichst gesunken, und das nicht nur ob des langsam eintretenden Hungers.

Sigrid beim Einstieg in die West-Kante des Kamels

Die Tatsache, dass ich heute doch recht schlaff und müde bin, läßt erkennen, dass wir doch so einiges geleistet haben (ich glaube so ca 15 Routen bin ich am Ende vorgestiegen). Ich glaube, wir waren alle mit dem Verlauf des Wochenendes zufrieden, auch wenn nicht alles so geklappt hatte, wie wir es uns gewünscht hatten – ich hatte mir beispielsweise zwei anspruchsvolle Routen auf den Wunschzettel geschrieben, aber dazu kam es bei diesem Mal zumindest noch nicht (eine 7+ Sportroute und eine 7- Trad-Route). Ich nehme allerdings stark an, dass zumindest Rikita und ich in baldiger Zukunft dort wieder sein werden, vielleicht ja auch irgendwann wieder mit Heinrich, Sigrid und Jonas.

Berlin – Kirchbachspitze

Sonntag, Mai 25th, 2008

Gutes Wetter in Berlin übers Wochenende, also trafen wir uns mit Heinrich zum klettern an der Kirchbachspitze am Samstag. Wir kletterten vornehmlich leichte Routen, die auch problemlos liefen, mal abgesehen von zwei kleinen Mißgeschicken – einmal hatte ich zu wenig Exen dabei, und beim zweiten Mal verfing sich eine Exe beim passieren in meinem Klettergurt. Später am Nachmittag stieß dann auch noch Carl zu uns, und ich rundete meinen Kletternachmittag mit ersten Versuchen an einer 8- ab, die ich in etwa bis zur Hälfte schaffte, bevor ich sie mir als Projekt für das nächste Mal aufhob. Als guten Referenzpunkt für meine Fortschritte kletterte ich davor eine Route, die mich im letzten Sommer noch nach der Hälfte zum Aufgeben zwang, wo ich dann auch peinlicherweise jemand anders bitten mußte, unsere Exen herunterzuholen – und diesmal war sie fast zu leicht, mal abgesehen von einem kleinem akrobatischen Intermezzo, welches Carl veranlaßte mich fast runterzuziehen, da er annahm, ich wäre kurz vorm Sturz – in Wahrheit aber mußte ich nur nach einer etwas dynamischeren Einlage nur meinen Schwung ausbalancieren.

Rikita beim Einstieg in die zweite Route des Tages

Ich an der selben Route

Heinrich versuchte ein wenig seinen Arm zu schonen, den er sich wohl erstmalig beim Kurs im Harz verletzt hatte, so daß ich alle fünf Routen, die wir zuende geklettert sind, vorsteigen konnte. Rikita schlug sich hervorragend, und kletterte mit neuem Selbstvertrauen. Es ist eine klare Verbesserung sichtbar, da sie Routen, an denen sich zuvor sehr schwergetan hatte, nun fast mit Leichtigkeit kletterte.

Heinrich in der ersten Route des Tages

Wenn alles nach Plan verläuft, werden wir am nächsten Wochenende mit Heinrich und Sigrid im Ith klettern – und so sehr mir das klettern an der Kirchbachspitze Spaß gemacht hatte, ziehe ich mitlerweile echten Fels deutlich vor und freue mich auf das nächste Mal in selbigen.

Ith – Erstes Mal

Montag, Mai 19th, 2008

Eigentlich hatten wir ein drei Tage Wochenende am Ith geplant, aber wie so oft machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und so wurde ein zwei-Tages Ausflug daraus. Am Sonntag kamen wir nach einer recht harschen Radtour abgekämpft am Zeltplatz des DAV an, nachdem es zeitweise so ausgesehen hatte, als würden wir umdrehen müßen, da Rikita von Halsschmerzen und anderen Erkältungssymptomen geplagt wurde.

Vom Campingplatz aus läuft man gerade mal 5-10 Minuten zu den sehr gut ausgeschilderten und von der Natur kletterfreundlich nacheinander aufgereiten Felsen. Es gibt dort sehr gut abgesicherte und interessante Sportrouten, aber wir entschieden uns vornehmlich für Trad Routen, zum einen weil diese in den für Rikita kletterbaren Graden angesiedelt sind, zum anderen natürlich auch, weil wir unsere neuerworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten durch reichlich Übung verbessern möchten. Rikita fühlt sich immer noch nicht sicher genug, um selber Routen vorzusteigen, platziert aber zur Übung bei fast allen Toprope Aufstiegen selber Material.

Ich am Torkopf Ost-Riß (Kamel)

Rikita am Torkopf Ost-Riß

Es war unser erster Kontakt mit Kalkstein, der nun doch ganz anders ist, wie das, was wir bisher geklettert sind – glatter, fast poliert wirkender Fels, der keinerlei Reibungsklettereien erlabut, dafür aber zumindest in den Routen, in denen wir unterwegs waren, reichlich Griffe. Die meisten Routen, die wir in Angriff nahmen, waren so zwischen 20 und 25 m hoch und ließen sich sehr gut sichern, obwohl wir mit etwas mehr Ausrüstung noch besser unterwegs gewesen wären.

Rikita beim Abseilen

Ich am Pieksriß des Teufelstrichters

Am Sonntag kletterten wir 5, heute dann noch einmal 3 weitere Routen, dann mußten wir leider schon wieder aufbrechen.

Nun, alles in allem ein netter Vorgeschmack von sicherlich vielen glücklichen Stunden, die wir in der Zukunft in dieser klasse Gegend verbringen werden – vermutlich werden wir uns auch weiterhin vorerst mehr auf Trad-Routen einschießen, um unsere Fähig- und Fertigkeiten da durch Übung zu festigen.

Dafür, dass es das erste Mal in dieser Gegend waren, schlugen wir uns eigentlich sehr gut, bei mir war es mehr eine Frage des Sicherns, wohingegen Rikita doch schon an ihrem Limit kletterte und da echte Erfolgserlebnisse einstreichen konnte (eine 6- und sogar eine 6 (möglicherweise, sind uns da ob der Topos nicht 100% sicher) z.B.).

Nun, ich kann unseren nächsten Besuch dort kaum erwarten…

Berlin – Kirchbachspitze

Sonntag, April 13th, 2008

Da das Wetter heute gut war, gingen wir an die Kirchbachspitze klettern. Wir kletterten nur an wenigen zudem recht leichten Routen herum. Bei mir lief es einigermaßen gut, Rikita hatte allerdings etwas mehr zu kämpfen, zunächst mit ihrer Angst und dann zunehmend mit der sich einstellenden Frustration. Wie dem auch sei, ich glaube es gelang uns die Ursachen für einige ihrer Probleme zu isolieren, und ein bewußterer Umgang damit wird hoffentlich bei zukünftigen Unternehmungen diese Schwachpunkte ausmerzenn, und, was noch viel wichtiger ist, ebenso das notwendige Selbstvertrauen in die eigenen Fähig- und Fertigkeiten wiederherstellen.

Berlin – Kirchbachspitze

Sonntag, März 30th, 2008

Heute war das Wetter dann endlich gut genug, um auch in Berlin die Outdoor Saison zu eröffnen. Nach ein paar extrem anstrengenden Wochen und ein bißchen vielleicht auch nach der Session gestern war ich heute allerdings überraschend hart am kämpfen, selbst mit einfachsten Routen. Ich glaub nicht, dass ich dies alles den Schuhen in die selbigen schieben kann, auch wenn sie sicherlich ihren Teil auch dazu beitrugen, aber ich war wohl einfach psychisch und physisch erschöpft und kriegte auch nicht die Sicherheit und Selbstzufriedenheit zustande, die mich sonst trägt.

Rikita hat sich wohl gleich auf der ersten Route den linken Oberarmmuskel angezerrt, so dass sie auch nicht viel tun konnte.

Wie dem auch sei, nicht jede Session kann eine Offenbarung sein, und als Bereicherung des Erfahrungsschatzes und der Wiedergewinnung des Gefühls für diese spezifische Kletteranlage hat so auch der heutige Tag seinen Zweck gehabt.

Bodensteiner Klippen – beim zweiten Male passte es

Sonntag, März 9th, 2008

Die Wettervorhersage versprach ausreichend gutes Wetter für einen zweiten Versuch, um zu dem Hauptturm & Co der Bodis durchzukommen. Umso unangenehmer überrascht waren wir dann, als wir beim Losfahren am Morgen die Straßen nass und mit Pfützen verziert vorfanden, zumal dies in Frage stellte, ob dann die Felsen ausreichend trocken zum Klettern wären.

Wir hatten unseren Informationsfundus seit unserem letzten Besuch in den Klippen deutlich aufgestockt, und diesmal kamen wir mehr oder minder direkt (dank Rikitas diesmal exzellent funktionierendem Orientierungssinn) am Ziel unserer Wünsche an.

 Ich an der West-Wand

Die Routen, die wir dort vorfanden sahen alle vergleichsweise gut abgesichert aus, die schwereren natürlich deutlich besser, als die leichteren. Trotzdem wollten wir uns bei unserer ersten Aktion dort nicht gleich übernehmen und suchten uns daher zunächst eine 4+ names West-Wand aus. Die Route entpuppte sich als angenehm leicht, allerdings brachte mich die Höhe des ersten Bohrhakens auf ca. 6 Metern und keine echte Chance davor eine Zwischensicherung zu legen zu sehr langsamen und sorgfältigen Klettern, was auch ganz schön anstrengend war (ist doch schon ein Unterschied zur Halle, wo man genau weiß, wo man als nächstes hingreifen muß). Davon mal abgesehen war ich dann doch recht zufrieden, als ich dann wirklich meine erste „echte“ Route erfolgreich beendet hatte. Rikita schaffte sie in Toprope dann auch ohne weiteres, und weil’s so schön war, sind wir dann gleich beide noch einmal rauf.

Stefan beim Runterkommen

In der Zwischenzeit traf dann ein zweites ausgesprochen nettes und in der Gegend schon seit etlichen Jahren etabliertes Kletterpaar ein, die uns einige gute Tips (z.B. zur Einrichtung eines Umlenkers, falls an der Route nicht vorhanden) gaben. Stefan sicherte mich dann auch später an einer 7- (Emmanuel Strubich Gedächtnisweg), die ich anders als in Toprope mit Sicherheit nicht bewältigt hätte, da ich an der Crux mehrere Versuche brauchte, um raufzukommen.

 Ich am Emmanuel Strubich Gedächtnisweg

In der Zwischenzeit sicherte Rikita Christina an der einzig anderen Route die wir noch kletterten, eine 5- (Nord-Riß), die sich auch im Vorstieg recht nett klettern ließ, auch wenn die Mitnahme zweier Bohrhaken der danebenliegenden Route die Seilführung etwas verquerte.

Alles in allem ein deutlich schöneres Erlebnis, als unser erster Versuch – selbst die Radelei gestaltete sich schon deutlich einfacher. Und wir freuen uns beide auf’s nächste Mal…

Leider fehlte mir Rikitas Geschicklichkeit, um neben Sichern auch noch gleichzeitig zu photographieren, so dass es nur einige Bilder von mir und eines von Stefan gibt – aber auch für die zu erstellende Topo-Seite haben wir etwas Material gesammelt.

Bodensteiner Klippen – das erste Mal

Sonntag, Februar 24th, 2008

Nach einer Woche der Vorbereitung, bei der so ziemlich alles schief lief, was auch nur konnte (die Topos der Region befanden sich nicht in dem teuren antiquarischen Buch, das ich mir bestellt hatte, das, in dem sich zumindest eine Auswahl befindet traf nicht mehr rechtzeitig ein, es gab keine ausreichend detaillierten Wanderkarten und es gelang mir nur in allerletzter Minute (Samstag abend um 9 Uhr) unsere Räder noch gebrauchsfertig zu machen) bewegten wir uns nichtsdestotrotz am Morgen in Richtung Bodis.

Leider muss Rikita doch nächste Woche arbeiten und daher eine Mitfahrgelegenheit heute abend um sieben zurück nach Berlin wahrnehmen. Trotzdem erschien uns dies als ausreichend Zeit um ein paar erste Eindrücke zu sammeln, und ein paar Routen für die wir zwar keine Topos aber zumindest ausreichende Beschreibungen gefunden hatten zu klettern, um dann trotzdem noch rechtzeitig bei Tageslicht zurückzukommen. Die Fahrt zu den Klippen dauerte dann aber schon auf dem Hinweg deutlich länger, als wir uns ausgerechnet hatten – drei statt der veranschlagten zwei Stunden, da sich die Strecke als runde 40 km oder mehr entpuppte statt der angenommenen 30 km – zudem in ziemlich hügeligem Terrain, was in unserem gegewärtigem Trainingsstand, nach einem Winter ohne Radfahren, doch spürbar war.

Für einen ersten Eindruck und ein paar Routen schien die Zeit dennoch ausreichend zu sein, vorausgesetzt, wir würden die entsprechenden Felsen (Hauptturm und Co) auch finden. Wie dem auch sei, zum einen wähnten wir uns nach unserer Ankunft im südlichen Teil und marschierten folgerichtig nach Kompaß Richtung Norden, dummerweise auf kleinen Pfaden statt auf dem Hauptweg zu bleiben – ein teurer Fehler, wie sich dann herausstellen sollte. Wir brauchten geschlagene 1 1/2 Stunden, um zu den Sofaklippen zu gelangen, die wir eigentlich nur als Orientierungspunkt ansteuern wollten (und wir waren bei weitem nicht die einzigen, die da herumirrten – diverse Wanderer mit dem gleichen Ziel gaben auf Anfrage preis, genauso herumzuirren wie wir). Dort an den Sofaklippen sollte es auch einige Routen geben, von denen ich allerdings nur eine mit blitzendem Bühler in einer Überhangroute ausmachen konnte – allerdings hatte ich auch nur ein paar Minuten zum suchen, da ein Blick auf die Uhr erschreckenderweise enthüllte, das es höchste Zeit war umzukehren, damit Rikita dann auch noch Zeit für eine wohlverdiente Dusche und einen Happen zum Essen hatte, bevor sie zurückfahren mußte.

Es war natürlich eine herbe Enttäuschung – alles, was wir am Ende dann geklettert waren, war ein kleiner Quergang an einem Boulder, an dem die charakteristischen (und in diesem Fall sowas von überflüssigen) Chalk-Spuren ein Problemchen, das wir beide mühelos klettern konnte, auswies.

Zurück zu unseren Rädern fanden wir dann in einer knappen halben Stunde, und am Ende konnten wir uns dann auch einen Reim darauf machen, wo wir die ganze Zeit in etwa gewesen waren, so dass wir für zukünftige Unternehmungen dort besser gerüstet sind (das zweite antiquarische Buch sollte dann auch hoffentlich da sein).

Wir sahen eine Menge Wände, die durchaus kletterbar erschienen – keine davon allerdings wies irgendetwas durch Einstiegszeichen, Bohrhaken oder gar Umlenker auf eine Sport oder zumindest Mix-Route hin – und da wir sie von unserer Liste aus nicht identifizieren konnten, hätte es sich hier ebenso um gesperrte Felsen handeln können – zudem haben wir wie erwähnt ja noch keine Vorstiegserfahrung für Trad Routen – also sind solche Routen doch eher etwas für einen späteren Zeitpunkt – zum Beispiel nach unserem Vorstieg mit Selbstsicherungen Kurs Ende April im Harz, für den wir uns gerade eingeschrieben haben.