Brunkensen – Crash Test am Helleberg

Wir hatten an diesem Wochenende nur einen Tag zum klettern zur Verfügung, also radelten wir nach Brunkensen, welches ca 35 km von meinem Wohnort weg liegt. Auf der Hinfahrt hatten wir noch Glück mit dem Wetter, aber bei unserer Ankunft fing es an zu regnen. Gott sei Dank waren es nur kurze Schauer, so daß wir trotzdem mit dem Klettern anfangen konnten, zur Eröffnung mit einer 6- Sport Route. Im unteren Bereich war der Fels noch etwas feucht und rutschig, aber es wurde mit zunehmender Höhe immer besser. Rikita schaffte die Route bravourös in Toprope und kletterte dann noch eine 3+ am selben Umlenker, die sie eigentlich vorsteigen wollte – da sie sich aber an einigen Stellen etwas unsicher fühlte, entschied sie sich unter diesen Wetterbedingungen dagegen.

Einstieg zum Abendweg

Danach kletterten wir eine 4 Trad Route, und Rikita kletterte noch eine weitere am selben Umlenker in Toprope. Mir stand der Sinn nach größeren Herausforderungen – und es gab an diesem Felsen 2 7er Trad Routen, die mich reizten. In die erste kam ich nicht einmal richtig rein, da ich nach den ersten Zügen im Dach keinen echten Griff ausmachen konnt. Nachdem ich verschiedene Varianten probiert hatte, brach ich meinen Versuch frustriert ab und marschierte zur nächsten. In diese kam man vergleichsweise leicht, da sie den Anfang mit einer 6- Route teilte und erst in ca 5 m Höhe abwich. Nachdem ich eine gute Sicherung mit einer Schlinge wegen der Seilführung verlängert hatte kam ich noch weit genug in die 7er, um in sehr wackeliger Position noch eine weitere Sicherung zu legen – und dann war Feierabend, nicht nur kein guter Griff, sondern gar keiner mehr. Nach einigen frustrierenden Anläufen entschloß ich mich, hier abzubrechen und statt dessen die 6- zu Ende zu klettern. Ich legte mehr oder minder fahrig noch eine weitere Sicherung und kam an der Crux an – die nicht so einsichtig war, dass meine erste Lösung funktionierte. Vom ganzen Frust vorher angefressen, entschloß ich mich einfach schnell auf Reibung hochzuschießen. Meine nächsten Eindrücke waren Rikitas Schreie, das satte Ping von zwei herausgedrückten Sicherungen, das Aufschlagen auf einem Vorsprung, bevor mich dann die letzte verlängerte Sicherung einen Meter über dem Boden abfing.

Platzieren der ersten Sicherung am Abendweg

Nun, abgesehen von ein paar Abschürfungen und blauen Flecken am linken Oberschenkel und Ellbogen, sowie in den Rippen war nichts weiter passiert, so daß ich nach einer Zigarettenpause zur Sammlung wieder raufging. Diesmal verbrachte ich mehr Zeit um noch eine weitere Sicherung zu legen, aber irgendwie hatte mir die Aktion den Zahn gezogen, und so entschlossen wir uns statt dessen, die Sache lieber in Toprope anzugehen. Rikita hängte selbige von der anderen Seite des Felsens von oben ein. Ich war nun richtig frustriert und verärgert, als ich sah, wie einfach die Stelle eigentlich gewesen war, als ich in Toprope leicht drüberkletterte. Also versuchte ich mich danach gleich noch an der Stelle, wo mich die 7 gestoppt hatte, aber die Konzentration und Spannung waren nun weg, so dass ich schon nach kurzer Zeit dort aufgab. Rikita schaffte die 6- ebenfalls, wenn auch an der Crux mit Seilunterstützung.

Nun ließ auch das Adrenalin nach und die Schmerzen kamen durch, gerade beim Sichern spürte ich doch deutlich den Druck des Gurtes am Oberschenkel. Also radelten wir zurück, und keine Minute zu früh, da wir im zweiten Teil der Tour noch gehörig naß wurden.

Trotzdem war es ein guter Nachmittag – den ich als Lernerfahrung notiere, und der mich in Zukunft sicher zu mehr Vorsicht beim Legen der Sicherungen veranlaßen wird – eben auch bei leichten Routen. Na, zumindest in den nächsten paar Wochen werde ich da auch noch ein paar spürbare Erinnerungshilfen haben 😉

One Response to “Brunkensen – Crash Test am Helleberg”

  1. Wow. Glück gehabt! Ich hoffe, alles verheilt schnell!

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