Ith – zweites Kletterwochenende

Heinrich, Sigrid und ihr Sohn Jonas fuhren mit uns am Wochenende in den Ith. Wir kamen am Freitag Abend an, und obwohl wir nach dem Zeltaufbau auch einen Grillabend geplant hatten, konnten wir es natürlich nicht abwarten, an die Felsen zu kommen. Wir kletterten einige einfache Routen an der Hexenkanzel, um Sigrid und Heinrich einen ersten Eindruck der Gesteinsbeschaffenheit zu geben. Wir kletterten bis zum Einbruch der Dunkelheit, und kamen dann doch noch spätabends zu unserem wohlverdienten Grillfleisch. Nichtsdestotrotz verabredeten wir einen frühen Aufbruch am nächsten Morgen. Der Zeltplatz war noch erstaunlich leer, aber ich hatte das Gefühl das es sich am Samstag doch deutlich füllen würde.

Da Rikita und Sigrid etwas länger brauchten, zogen Heinrich und ich voraus, um schon die eine oder andere Route vorzusteigen. Die frühe Stunde bescherte uns relativ freie Felsen an so beliebten Zielen wie dem Teufelstrichter. Als es dort doch ein wenig zu voll wurde, wichen wir an die Breite Wand aus, wo ich unter anderem eine 6er Trad Route namens Kir Royal und ein kleines Dachproblem namens Pernod-Dach (6+) vorstieg. Heinrich hatte leider wieder muskuläre Probleme in den Oberarmen, die ihn trotz Tapen das gesamte Wochenende über etwas behinderten. So versuchten sich nur Sigrid und Rikita am Pernod-Dach in Toprope, schafften es beide aber nicht, obwohl Sigrid schon recht dicht dran war – Rikita hatte da eher Probleme mit einer recht unangenehmen Körperhaltung beim Aufrichten für das Dach, so dass sie schließlich abspringen mußte.

Ulrike am Pernod-Dach

Danach marschierten wir an das Kamel, welches auf der West-Seite eine fast 30 Meter lange schöne Route hat – die natürlich leider ständig umlagert ist. Da es nun schon nachmittags war, beschloßen wir daher zum Kochen und einer kurzen Siesta auf den Campingplatz zurück zu gehen, um dann am Abend weiterzuklettern. Es war nicht ganz so heiß, wie die Wettervorhersage angekündigt hatte, aber dies schien doch die sinnvollste Lösung zu sein. Der Campingplatz war kaum wiederzuerkennen, wie vermutet war das Gros der Kletterer erst am Samstag eingetroffen.

Wohl gestärkt gingen wir nach unserer Pause dann zu den dem Campingplatz fernsten Felsen, um uns von dort rückwärts zurück zu arbeiten – allerdings waren die meisten guten Felsen, wie z.B. der Zwilling doch noch ziemlich voll, so dass wir am Ende an dem Nordwestlichen Buchenschluchtfelsen kletterten. Heinrich stieg dort als erstes eine Route vor, die im Vorstieg nicht ganz ohne ist, zumal im letzten Teil ein Körperriß war, der es zumindest im Vorstieg in sich hatte. Wir stiegen danach noch eine andere Route vor und bewegten uns dann in Richtung Campingplatz zurück. Am Mittagsfelsen angekommen, konnte Heinrich gerade noch eine Route zu Ende vorsteigen, bis uns der einsetzende Regen dann zum Umkehren zwang.

Heinrich in Aktion (bin mir nicht sicher, welche Route das ist)

Leider regnete es sich ein wenig ein, was wir zum Anlaß nahmen früh zu Bett zu gehen, und uns für den nächsten Tag einen sehr frühen Start vorzunehmen (wir wollten bei geeignetem Wetter um halb sechs aufstehen), um so den Massen zu entgehen – leider war es dann aber doch noch zu feucht, so dass wir weiterschlafen konnten. Auch als wir dann so gegen neun losmarschierten, waren die Felsen zum Teil noch sehr feucht. Wieder waren Heinrich und ich das Vorauskommando – allerdings waren wir während aller Routen, die wir an der Wilhelm-Raabe-Klippe kletterten, unter uns – die Damen waren mit Jonas an den Probierstein gegangen, wo dann auch er ein wenig klettern konnte.

 

Jonas am Probierstein

Wir kletterten ein paar schöne Trad und Sportrouten, die allerdings durch die feuchten Bedingungen doch um einiges schwerer waren. Die Damen stießen dann erst am Kamel zu uns, wo wir nach einiger Wartezeit dann endlich die begehrte West-Kante klettern konnten. An sich war die Route sehr leicht, nur weiter oben gab es eine ziemlich uneinsichtige Stelle, an der ich mich dann irgendwie hochwuchtete, aber es war schon für etwas Adrenalin gesorgt (ebenso durch ein Seil, dass jemand zum Abseilen mitten in die Route von oben geworfen hatte), nicht nur bei mir, sondern auch bei Rikita, die auf halber Höhe mit ihrem Fotoapparat auf mich wartete (man kann dort von hinten auf die Höhe des ersten Standplatzes gehen). Nach meiner Erfahrung riet ich Heinrich in Anbetracht seiner Verletzung von einem Vorstieg dort ab – allerdings hatten weder er, noch die beiden Damen sonderliche Schwierigkeiten mit der Route in Toprope.

 

An der West-Kante des Kamels

Da es am Kamel insgesamt sehr voll und laut war (zwei Jugendgruppen belagerten diesen Felsen), wichen wir dann wieder zu den hinteren Felsen aus – und endeten wieder am Mittagsfels, wo zunächst Heinrich eine sehr feuchte Rißroute vorstieg, die allerdings nicht besonders einladend aussah, so daß ich am Ende zum Abschluß noch einmal die Route, die er bereits am Vortag im Regen geklettert war, einhängte. Denn es war Zeit, zum Zeltplatz zurück zu gehen und die Zelte abzubauen – darüber hinaus war mein Energieniveau schon deutlichst gesunken, und das nicht nur ob des langsam eintretenden Hungers.

Sigrid beim Einstieg in die West-Kante des Kamels

Die Tatsache, dass ich heute doch recht schlaff und müde bin, läßt erkennen, dass wir doch so einiges geleistet haben (ich glaube so ca 15 Routen bin ich am Ende vorgestiegen). Ich glaube, wir waren alle mit dem Verlauf des Wochenendes zufrieden, auch wenn nicht alles so geklappt hatte, wie wir es uns gewünscht hatten – ich hatte mir beispielsweise zwei anspruchsvolle Routen auf den Wunschzettel geschrieben, aber dazu kam es bei diesem Mal zumindest noch nicht (eine 7+ Sportroute und eine 7- Trad-Route). Ich nehme allerdings stark an, dass zumindest Rikita und ich in baldiger Zukunft dort wieder sein werden, vielleicht ja auch irgendwann wieder mit Heinrich, Sigrid und Jonas.

4 Responses to “Ith – zweites Kletterwochenende”

  1. Rolf sagt:

    Hallo
    Ich bin ein begeisterter Sportkletterer aus der Schweiz und habe vor, demnächst mal am Ith klettern zu gehen. Leider habe ich keine Topo’s oder detailierte Angaben zum Ith gefunden. Beim Googeln bin ich auf eure Seite gestossen. Könntet ihr mir hierzu weiterhelfen? Vielen Dank im Voraus!

  2. cap sagt:

    der ith ist wirklich ein schönes gebiet zum klettern. mir macht es da sehr viel spaß. es gibt ein buch mit dem titel „klettern im norden“. darin sind vile topos für den ith und andere klettergebiete im norden.

  3. cap sagt:

    sry, geschrieben von arne und stephen grage und ralf kowalski

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