Archive for Juni, 2008

Berlin – Kirchbachspitze

Montag, Juni 23rd, 2008

Ziemlich heißes Wetter in Berlin gestern, mit Temperaturen um 30 Grad, aber wir trafen uns trotzdem mit Heinrich an der Kirchbachspitze. Meine Verletzung von der Brunkensen-Geschichte schienen eigentlich vor dem Wochenende gut verheilt zu sein, allerdings meldeten sich die Rippen schon im Laufe des Wochenendes. Also stieg Heinrich die meisten Routen vor, und ich merkte beim Topropen schon gewisse Bewegungseinschränkungen. Am Ende stieg ich nur eine 6+, die Heinrich topropen wollte, und eine körperlich sehr harte 5+, die eine Gruppe Damen nicht im Vorstieg über die Crux brachten (in Toprope schafften sie es dann), vor. Wie dem auch sei, genau da mußte ich mich doch einige Male stark drehen, und das tat meinen angeknacksten Rippen nicht gut. Als wir schließlich bei Rikita ankamen, waren die Schmerzen unerträglich.

Ich hoffe mal, dass sich dies bis zum nächsten Wochenende wieder gibt, zumal wir eventuell wieder an den Ith fahren wollen, wenn das Wetter mitspielt.

Brunkensen – Crash Test am Helleberg

Montag, Juni 16th, 2008

Wir hatten an diesem Wochenende nur einen Tag zum klettern zur Verfügung, also radelten wir nach Brunkensen, welches ca 35 km von meinem Wohnort weg liegt. Auf der Hinfahrt hatten wir noch Glück mit dem Wetter, aber bei unserer Ankunft fing es an zu regnen. Gott sei Dank waren es nur kurze Schauer, so daß wir trotzdem mit dem Klettern anfangen konnten, zur Eröffnung mit einer 6- Sport Route. Im unteren Bereich war der Fels noch etwas feucht und rutschig, aber es wurde mit zunehmender Höhe immer besser. Rikita schaffte die Route bravourös in Toprope und kletterte dann noch eine 3+ am selben Umlenker, die sie eigentlich vorsteigen wollte – da sie sich aber an einigen Stellen etwas unsicher fühlte, entschied sie sich unter diesen Wetterbedingungen dagegen.

Einstieg zum Abendweg

Danach kletterten wir eine 4 Trad Route, und Rikita kletterte noch eine weitere am selben Umlenker in Toprope. Mir stand der Sinn nach größeren Herausforderungen – und es gab an diesem Felsen 2 7er Trad Routen, die mich reizten. In die erste kam ich nicht einmal richtig rein, da ich nach den ersten Zügen im Dach keinen echten Griff ausmachen konnt. Nachdem ich verschiedene Varianten probiert hatte, brach ich meinen Versuch frustriert ab und marschierte zur nächsten. In diese kam man vergleichsweise leicht, da sie den Anfang mit einer 6- Route teilte und erst in ca 5 m Höhe abwich. Nachdem ich eine gute Sicherung mit einer Schlinge wegen der Seilführung verlängert hatte kam ich noch weit genug in die 7er, um in sehr wackeliger Position noch eine weitere Sicherung zu legen – und dann war Feierabend, nicht nur kein guter Griff, sondern gar keiner mehr. Nach einigen frustrierenden Anläufen entschloß ich mich, hier abzubrechen und statt dessen die 6- zu Ende zu klettern. Ich legte mehr oder minder fahrig noch eine weitere Sicherung und kam an der Crux an – die nicht so einsichtig war, dass meine erste Lösung funktionierte. Vom ganzen Frust vorher angefressen, entschloß ich mich einfach schnell auf Reibung hochzuschießen. Meine nächsten Eindrücke waren Rikitas Schreie, das satte Ping von zwei herausgedrückten Sicherungen, das Aufschlagen auf einem Vorsprung, bevor mich dann die letzte verlängerte Sicherung einen Meter über dem Boden abfing.

Platzieren der ersten Sicherung am Abendweg

Nun, abgesehen von ein paar Abschürfungen und blauen Flecken am linken Oberschenkel und Ellbogen, sowie in den Rippen war nichts weiter passiert, so daß ich nach einer Zigarettenpause zur Sammlung wieder raufging. Diesmal verbrachte ich mehr Zeit um noch eine weitere Sicherung zu legen, aber irgendwie hatte mir die Aktion den Zahn gezogen, und so entschlossen wir uns statt dessen, die Sache lieber in Toprope anzugehen. Rikita hängte selbige von der anderen Seite des Felsens von oben ein. Ich war nun richtig frustriert und verärgert, als ich sah, wie einfach die Stelle eigentlich gewesen war, als ich in Toprope leicht drüberkletterte. Also versuchte ich mich danach gleich noch an der Stelle, wo mich die 7 gestoppt hatte, aber die Konzentration und Spannung waren nun weg, so dass ich schon nach kurzer Zeit dort aufgab. Rikita schaffte die 6- ebenfalls, wenn auch an der Crux mit Seilunterstützung.

Nun ließ auch das Adrenalin nach und die Schmerzen kamen durch, gerade beim Sichern spürte ich doch deutlich den Druck des Gurtes am Oberschenkel. Also radelten wir zurück, und keine Minute zu früh, da wir im zweiten Teil der Tour noch gehörig naß wurden.

Trotzdem war es ein guter Nachmittag – den ich als Lernerfahrung notiere, und der mich in Zukunft sicher zu mehr Vorsicht beim Legen der Sicherungen veranlaßen wird – eben auch bei leichten Routen. Na, zumindest in den nächsten paar Wochen werde ich da auch noch ein paar spürbare Erinnerungshilfen haben 😉

Berlin – Kirchbachspitze

Sonntag, Juni 8th, 2008

Da ich an diesem Wochenende wieder in Berlin war, gingen wir am Samstag an der Kirchbachspitze zusammen mit Sigrid und Jonas klettern. Es war ausgesprochen heiß, so dass zur Abwechslung mal der Chalkbeutel obligatorisch war.

Rikita schlug sich sehr gut, und kletterte alle Routen die ich vorstieg nach, und stieg sogar zwei kürzere vor, wie auch Sigrid.

Mir gelang es alle Züge einer 7+/8- Route hinzubekommen, allerdings werde ich sie wohl noch ein bis zweimal topropen müssen, bevor ich sie im Vorstieg wagen werde. Am Ende schmierte ich bei der letzten Route augrund mangelnder Konzentration auch mal ab, nachdem wir auch fast 5 Stunden geklettert waren.

Alles in allem aber ein sehr netter Kletternachmittag.

Harz – Bouldern im Okertal

Donnerstag, Juni 5th, 2008

Ich hatte mir schon längere Zeit vorgenommen, mal einen kurzen Abstecher in den Harz zu machen, um das in diesem Jahr bislang doch schmälich vernachlässigte Bouldern wieder in Gang zu bringen. Das Wetter schien ideal, nicht zu warm und nicht zu kalt und so radelte ich tapfer die 60 or 65 km zu den Studentenklippen. Leider war es extrem windig, so dass die Fahrt alles andere als ein Genuß war. Auch diesmal fand ich die Haltebucht nicht auf Anhieb und verplemperte so wertvolle Zeit.

Ich hatte gehofft, dort andere Boulderer anzutreffen, um eventuell mal in den Genuß eines Crashpads zu kommen – aber ich war völlig alleine, und so mußte ich mir wohl oder übel Probleme suchen, die ich ohne Stürze oder andere Ungeschicklichkeiten bewältigen konnte. Das war nicht so einfach, wie das klingt – auch wenn ich diesmal schon mehr Boulder als beim letzten Mal fand, ging doch ein Großteil der Zeit dafür drauf, zwischen den Felsen herumzuirren.

Am Ende fand ich aber doch das eine oder andere Problemchen, Highlight war hier „Nostromo“, am Alien. Zusätzlich zu den paar neuen Bouldern, habe ich dann auch noch ein paar ältere Probleme wiederholt.

Insgesamt war die Idee gut gewesen, aber ich bin viel zu spät los, hatte viel zu wenig Zeit und war insgesamt viel zu kaputt, um die ganze Aktion richtig genießen zu können. Ohne Crashpads oder Spotter ist das Risko bei schwierigeren Sachen auch einfach zu groß.

Ith – zweites Kletterwochenende

Montag, Juni 2nd, 2008

Heinrich, Sigrid und ihr Sohn Jonas fuhren mit uns am Wochenende in den Ith. Wir kamen am Freitag Abend an, und obwohl wir nach dem Zeltaufbau auch einen Grillabend geplant hatten, konnten wir es natürlich nicht abwarten, an die Felsen zu kommen. Wir kletterten einige einfache Routen an der Hexenkanzel, um Sigrid und Heinrich einen ersten Eindruck der Gesteinsbeschaffenheit zu geben. Wir kletterten bis zum Einbruch der Dunkelheit, und kamen dann doch noch spätabends zu unserem wohlverdienten Grillfleisch. Nichtsdestotrotz verabredeten wir einen frühen Aufbruch am nächsten Morgen. Der Zeltplatz war noch erstaunlich leer, aber ich hatte das Gefühl das es sich am Samstag doch deutlich füllen würde.

Da Rikita und Sigrid etwas länger brauchten, zogen Heinrich und ich voraus, um schon die eine oder andere Route vorzusteigen. Die frühe Stunde bescherte uns relativ freie Felsen an so beliebten Zielen wie dem Teufelstrichter. Als es dort doch ein wenig zu voll wurde, wichen wir an die Breite Wand aus, wo ich unter anderem eine 6er Trad Route namens Kir Royal und ein kleines Dachproblem namens Pernod-Dach (6+) vorstieg. Heinrich hatte leider wieder muskuläre Probleme in den Oberarmen, die ihn trotz Tapen das gesamte Wochenende über etwas behinderten. So versuchten sich nur Sigrid und Rikita am Pernod-Dach in Toprope, schafften es beide aber nicht, obwohl Sigrid schon recht dicht dran war – Rikita hatte da eher Probleme mit einer recht unangenehmen Körperhaltung beim Aufrichten für das Dach, so dass sie schließlich abspringen mußte.

Ulrike am Pernod-Dach

Danach marschierten wir an das Kamel, welches auf der West-Seite eine fast 30 Meter lange schöne Route hat – die natürlich leider ständig umlagert ist. Da es nun schon nachmittags war, beschloßen wir daher zum Kochen und einer kurzen Siesta auf den Campingplatz zurück zu gehen, um dann am Abend weiterzuklettern. Es war nicht ganz so heiß, wie die Wettervorhersage angekündigt hatte, aber dies schien doch die sinnvollste Lösung zu sein. Der Campingplatz war kaum wiederzuerkennen, wie vermutet war das Gros der Kletterer erst am Samstag eingetroffen.

Wohl gestärkt gingen wir nach unserer Pause dann zu den dem Campingplatz fernsten Felsen, um uns von dort rückwärts zurück zu arbeiten – allerdings waren die meisten guten Felsen, wie z.B. der Zwilling doch noch ziemlich voll, so dass wir am Ende an dem Nordwestlichen Buchenschluchtfelsen kletterten. Heinrich stieg dort als erstes eine Route vor, die im Vorstieg nicht ganz ohne ist, zumal im letzten Teil ein Körperriß war, der es zumindest im Vorstieg in sich hatte. Wir stiegen danach noch eine andere Route vor und bewegten uns dann in Richtung Campingplatz zurück. Am Mittagsfelsen angekommen, konnte Heinrich gerade noch eine Route zu Ende vorsteigen, bis uns der einsetzende Regen dann zum Umkehren zwang.

Heinrich in Aktion (bin mir nicht sicher, welche Route das ist)

Leider regnete es sich ein wenig ein, was wir zum Anlaß nahmen früh zu Bett zu gehen, und uns für den nächsten Tag einen sehr frühen Start vorzunehmen (wir wollten bei geeignetem Wetter um halb sechs aufstehen), um so den Massen zu entgehen – leider war es dann aber doch noch zu feucht, so dass wir weiterschlafen konnten. Auch als wir dann so gegen neun losmarschierten, waren die Felsen zum Teil noch sehr feucht. Wieder waren Heinrich und ich das Vorauskommando – allerdings waren wir während aller Routen, die wir an der Wilhelm-Raabe-Klippe kletterten, unter uns – die Damen waren mit Jonas an den Probierstein gegangen, wo dann auch er ein wenig klettern konnte.

 

Jonas am Probierstein

Wir kletterten ein paar schöne Trad und Sportrouten, die allerdings durch die feuchten Bedingungen doch um einiges schwerer waren. Die Damen stießen dann erst am Kamel zu uns, wo wir nach einiger Wartezeit dann endlich die begehrte West-Kante klettern konnten. An sich war die Route sehr leicht, nur weiter oben gab es eine ziemlich uneinsichtige Stelle, an der ich mich dann irgendwie hochwuchtete, aber es war schon für etwas Adrenalin gesorgt (ebenso durch ein Seil, dass jemand zum Abseilen mitten in die Route von oben geworfen hatte), nicht nur bei mir, sondern auch bei Rikita, die auf halber Höhe mit ihrem Fotoapparat auf mich wartete (man kann dort von hinten auf die Höhe des ersten Standplatzes gehen). Nach meiner Erfahrung riet ich Heinrich in Anbetracht seiner Verletzung von einem Vorstieg dort ab – allerdings hatten weder er, noch die beiden Damen sonderliche Schwierigkeiten mit der Route in Toprope.

 

An der West-Kante des Kamels

Da es am Kamel insgesamt sehr voll und laut war (zwei Jugendgruppen belagerten diesen Felsen), wichen wir dann wieder zu den hinteren Felsen aus – und endeten wieder am Mittagsfels, wo zunächst Heinrich eine sehr feuchte Rißroute vorstieg, die allerdings nicht besonders einladend aussah, so daß ich am Ende zum Abschluß noch einmal die Route, die er bereits am Vortag im Regen geklettert war, einhängte. Denn es war Zeit, zum Zeltplatz zurück zu gehen und die Zelte abzubauen – darüber hinaus war mein Energieniveau schon deutlichst gesunken, und das nicht nur ob des langsam eintretenden Hungers.

Sigrid beim Einstieg in die West-Kante des Kamels

Die Tatsache, dass ich heute doch recht schlaff und müde bin, läßt erkennen, dass wir doch so einiges geleistet haben (ich glaube so ca 15 Routen bin ich am Ende vorgestiegen). Ich glaube, wir waren alle mit dem Verlauf des Wochenendes zufrieden, auch wenn nicht alles so geklappt hatte, wie wir es uns gewünscht hatten – ich hatte mir beispielsweise zwei anspruchsvolle Routen auf den Wunschzettel geschrieben, aber dazu kam es bei diesem Mal zumindest noch nicht (eine 7+ Sportroute und eine 7- Trad-Route). Ich nehme allerdings stark an, dass zumindest Rikita und ich in baldiger Zukunft dort wieder sein werden, vielleicht ja auch irgendwann wieder mit Heinrich, Sigrid und Jonas.