Bodensteiner Klippen – ohne Netz und doppelten Boden

Wunderbares Wetter gestern, also machten wir uns in Richtung Bodis auf den Weg. So langsam stellt sich auch ein wenig Kondition ein, so dass wir die Tour mit dem Fahrrad schneller und müheloser als zuvor bewältigten.

Zum Warmklettern  gingen wir erst einmal an die West-Wand des Hauptturms, die wir ja schon bei unserem letzten Besuch geklettert waren. Diesmal allerdings nutzte ich im Vorstieg meine neuerworbenen Fähigkeiten und legte vor dem ersten Bohrhaken eine Zwischensicherung. Rikita kletterte die Route in Toprope, legte aber ebenfalls eine Zwischensicherung.

Danach suchten wir Ewigkeiten nach Routen – das Problem ist hierbei, dass die Routen, die mit ausreichend Bohrhaken abgesichert sind, zum größten Teil schwieriger als das sind, was Rikita sich momentan zutraut. Also wagte ich dann doch, mich an selbgesicherten Routen zu versuchen. Als erstes kletterten wir eine leichte 4 am Mittelturm, die sich sehr gut absichern ließ und zudem wirklich einfach war. Am Anfang ließ sich gar eine Schlinge platzieren und auch die folgenden Sicherungen gelangen mir gut genug, um mich sicher zu fühlen.

 

Ich an der Rißverschneidung am Mittelturm

Rikita kletterte diese und alle anderen Routen in Toprope nach und legte ihrerseits zur Übung Sicherungen, aber sie vertraut diesen bislang noch nicht genug, um wirklich mal einen kompletten Vorstieg zu wagen. Vielleicht beim nächsten Mal.

Rikita an der Rißverschneidung am Mittelturm.

Die nächste Route (der Nord-Riß des Mittelturms, 4+) ließ sich noch besser sichern und allmählich fing die Sache an, richtig Spaß zu machen.

Rißklettern am Nordriß des Mittelturms

Nach einer kurzen Pause probierte ich mich dann an der dritten Route (Rechte Nord-Verschneidung des Mittelturms, 4+), wo ich reichlich Sicherungen legte, dann aber unerwartete Probleme bekam, zum Umlenker zu kommen. Fast hätte ich meine Sicherungskette einem ersten Härtetest unterziehen müssen (die Schwierigkeiten, die ich hinterher hatte manche Sicherungen wieder heraus zu bekommen, schien darauf hinzudeuten, dass dieser ohne Probleme überstanden worden wäre), aber mit ein wenig Tricksen und Queren kam ich dann trotzdem an. Klar, dass ausgerechnet in diesem Moment Publikum erscheinen mußte, in Form einiger versprengter Boulderer, die sich dann prompt erkundigen mußten, ob wir Anfänger seien, was Rikita ein wenig indigniert verneinte (die Tatsache, dass wir Helme trugen (Daniel wäre stolz auf uns gewesen) schien da ein solches Signal zu setzen (nebst meiner Kapriolen)).

Alles in allem ein klasse Klettertag und die Tatsache, dass ich problemlos Sicherungen legen konnte, denen ich ohne weiteres vertrauen konnte, eröffnen uns auch für die Zukunft eine Vielzahl von neuen Routen, gerade in diesem Gebiet – da die meisten leichteren Routen eben nicht mit Bohrhaken abgesichert sind. Bei Rikita wird es vermutlich etwas länger dauern, bis sie dieses Vertrauen aufbaut – aber das konstante Üben wird sicherlich irgendwann auch Früchte tragen.

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