Archive for Mai, 2008

Berlin – Kirchbachspitze

Sonntag, Mai 25th, 2008

Gutes Wetter in Berlin übers Wochenende, also trafen wir uns mit Heinrich zum klettern an der Kirchbachspitze am Samstag. Wir kletterten vornehmlich leichte Routen, die auch problemlos liefen, mal abgesehen von zwei kleinen Mißgeschicken – einmal hatte ich zu wenig Exen dabei, und beim zweiten Mal verfing sich eine Exe beim passieren in meinem Klettergurt. Später am Nachmittag stieß dann auch noch Carl zu uns, und ich rundete meinen Kletternachmittag mit ersten Versuchen an einer 8- ab, die ich in etwa bis zur Hälfte schaffte, bevor ich sie mir als Projekt für das nächste Mal aufhob. Als guten Referenzpunkt für meine Fortschritte kletterte ich davor eine Route, die mich im letzten Sommer noch nach der Hälfte zum Aufgeben zwang, wo ich dann auch peinlicherweise jemand anders bitten mußte, unsere Exen herunterzuholen – und diesmal war sie fast zu leicht, mal abgesehen von einem kleinem akrobatischen Intermezzo, welches Carl veranlaßte mich fast runterzuziehen, da er annahm, ich wäre kurz vorm Sturz – in Wahrheit aber mußte ich nur nach einer etwas dynamischeren Einlage nur meinen Schwung ausbalancieren.

Rikita beim Einstieg in die zweite Route des Tages

Ich an der selben Route

Heinrich versuchte ein wenig seinen Arm zu schonen, den er sich wohl erstmalig beim Kurs im Harz verletzt hatte, so daß ich alle fünf Routen, die wir zuende geklettert sind, vorsteigen konnte. Rikita schlug sich hervorragend, und kletterte mit neuem Selbstvertrauen. Es ist eine klare Verbesserung sichtbar, da sie Routen, an denen sich zuvor sehr schwergetan hatte, nun fast mit Leichtigkeit kletterte.

Heinrich in der ersten Route des Tages

Wenn alles nach Plan verläuft, werden wir am nächsten Wochenende mit Heinrich und Sigrid im Ith klettern – und so sehr mir das klettern an der Kirchbachspitze Spaß gemacht hatte, ziehe ich mitlerweile echten Fels deutlich vor und freue mich auf das nächste Mal in selbigen.

Ith – Erstes Mal

Montag, Mai 19th, 2008

Eigentlich hatten wir ein drei Tage Wochenende am Ith geplant, aber wie so oft machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und so wurde ein zwei-Tages Ausflug daraus. Am Sonntag kamen wir nach einer recht harschen Radtour abgekämpft am Zeltplatz des DAV an, nachdem es zeitweise so ausgesehen hatte, als würden wir umdrehen müßen, da Rikita von Halsschmerzen und anderen Erkältungssymptomen geplagt wurde.

Vom Campingplatz aus läuft man gerade mal 5-10 Minuten zu den sehr gut ausgeschilderten und von der Natur kletterfreundlich nacheinander aufgereiten Felsen. Es gibt dort sehr gut abgesicherte und interessante Sportrouten, aber wir entschieden uns vornehmlich für Trad Routen, zum einen weil diese in den für Rikita kletterbaren Graden angesiedelt sind, zum anderen natürlich auch, weil wir unsere neuerworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten durch reichlich Übung verbessern möchten. Rikita fühlt sich immer noch nicht sicher genug, um selber Routen vorzusteigen, platziert aber zur Übung bei fast allen Toprope Aufstiegen selber Material.

Ich am Torkopf Ost-Riß (Kamel)

Rikita am Torkopf Ost-Riß

Es war unser erster Kontakt mit Kalkstein, der nun doch ganz anders ist, wie das, was wir bisher geklettert sind – glatter, fast poliert wirkender Fels, der keinerlei Reibungsklettereien erlabut, dafür aber zumindest in den Routen, in denen wir unterwegs waren, reichlich Griffe. Die meisten Routen, die wir in Angriff nahmen, waren so zwischen 20 und 25 m hoch und ließen sich sehr gut sichern, obwohl wir mit etwas mehr Ausrüstung noch besser unterwegs gewesen wären.

Rikita beim Abseilen

Ich am Pieksriß des Teufelstrichters

Am Sonntag kletterten wir 5, heute dann noch einmal 3 weitere Routen, dann mußten wir leider schon wieder aufbrechen.

Nun, alles in allem ein netter Vorgeschmack von sicherlich vielen glücklichen Stunden, die wir in der Zukunft in dieser klasse Gegend verbringen werden – vermutlich werden wir uns auch weiterhin vorerst mehr auf Trad-Routen einschießen, um unsere Fähig- und Fertigkeiten da durch Übung zu festigen.

Dafür, dass es das erste Mal in dieser Gegend waren, schlugen wir uns eigentlich sehr gut, bei mir war es mehr eine Frage des Sicherns, wohingegen Rikita doch schon an ihrem Limit kletterte und da echte Erfolgserlebnisse einstreichen konnte (eine 6- und sogar eine 6 (möglicherweise, sind uns da ob der Topos nicht 100% sicher) z.B.).

Nun, ich kann unseren nächsten Besuch dort kaum erwarten…

Bodensteiner Klippen – ohne Netz und doppelten Boden

Sonntag, Mai 4th, 2008

Wunderbares Wetter gestern, also machten wir uns in Richtung Bodis auf den Weg. So langsam stellt sich auch ein wenig Kondition ein, so dass wir die Tour mit dem Fahrrad schneller und müheloser als zuvor bewältigten.

Zum Warmklettern  gingen wir erst einmal an die West-Wand des Hauptturms, die wir ja schon bei unserem letzten Besuch geklettert waren. Diesmal allerdings nutzte ich im Vorstieg meine neuerworbenen Fähigkeiten und legte vor dem ersten Bohrhaken eine Zwischensicherung. Rikita kletterte die Route in Toprope, legte aber ebenfalls eine Zwischensicherung.

Danach suchten wir Ewigkeiten nach Routen – das Problem ist hierbei, dass die Routen, die mit ausreichend Bohrhaken abgesichert sind, zum größten Teil schwieriger als das sind, was Rikita sich momentan zutraut. Also wagte ich dann doch, mich an selbgesicherten Routen zu versuchen. Als erstes kletterten wir eine leichte 4 am Mittelturm, die sich sehr gut absichern ließ und zudem wirklich einfach war. Am Anfang ließ sich gar eine Schlinge platzieren und auch die folgenden Sicherungen gelangen mir gut genug, um mich sicher zu fühlen.

 

Ich an der Rißverschneidung am Mittelturm

Rikita kletterte diese und alle anderen Routen in Toprope nach und legte ihrerseits zur Übung Sicherungen, aber sie vertraut diesen bislang noch nicht genug, um wirklich mal einen kompletten Vorstieg zu wagen. Vielleicht beim nächsten Mal.

Rikita an der Rißverschneidung am Mittelturm.

Die nächste Route (der Nord-Riß des Mittelturms, 4+) ließ sich noch besser sichern und allmählich fing die Sache an, richtig Spaß zu machen.

Rißklettern am Nordriß des Mittelturms

Nach einer kurzen Pause probierte ich mich dann an der dritten Route (Rechte Nord-Verschneidung des Mittelturms, 4+), wo ich reichlich Sicherungen legte, dann aber unerwartete Probleme bekam, zum Umlenker zu kommen. Fast hätte ich meine Sicherungskette einem ersten Härtetest unterziehen müssen (die Schwierigkeiten, die ich hinterher hatte manche Sicherungen wieder heraus zu bekommen, schien darauf hinzudeuten, dass dieser ohne Probleme überstanden worden wäre), aber mit ein wenig Tricksen und Queren kam ich dann trotzdem an. Klar, dass ausgerechnet in diesem Moment Publikum erscheinen mußte, in Form einiger versprengter Boulderer, die sich dann prompt erkundigen mußten, ob wir Anfänger seien, was Rikita ein wenig indigniert verneinte (die Tatsache, dass wir Helme trugen (Daniel wäre stolz auf uns gewesen) schien da ein solches Signal zu setzen (nebst meiner Kapriolen)).

Alles in allem ein klasse Klettertag und die Tatsache, dass ich problemlos Sicherungen legen konnte, denen ich ohne weiteres vertrauen konnte, eröffnen uns auch für die Zukunft eine Vielzahl von neuen Routen, gerade in diesem Gebiet – da die meisten leichteren Routen eben nicht mit Bohrhaken abgesichert sind. Bei Rikita wird es vermutlich etwas länger dauern, bis sie dieses Vertrauen aufbaut – aber das konstante Üben wird sicherlich irgendwann auch Früchte tragen.