Harz – Okertal

Endlich war das Wochenende des langersehnten traditionellen Kletterkurses da. Wir fuhren mit den Fahrrädern zum Campingplatz im Polstertal, unweit der Kletterfelsen im Okertal. Die Fahrt war nett, bis auf ein paar Schauern mit Regen und Hagel spielte auch das Wetter mit.

Das Gros der Kursteilnehmer kam relativ spät am Abend an, bis auf einen, mit dem wir uns dann klönenderweise die Wartezeit verkürzten. Nachdem die anderen dann eingetroffen und ihre Zelte aufgebaut hatten, gab es dann noch ein kurzes Treffen mit Vorstellung und Vorausblick auf das Kommende der folgenden beiden Tage, bevor wir schlafen gingen.

Die Temperatur fiel in der Nacht dann rapide und Rikita mußte zu ihrem Leidwesen erfahren, dass ihr Schlafsack für diese Temperaturen doch recht ungeeignet ist – eine Erfahrung, die ich nach Tausch in der zweiten Nacht nur bestätigen konnte. Wie dem auch sei, zum Ausgleich hatten wir dann an beiden Tagen exzellente Wetterbedingungen zum Klettern tagsüber.

Zum Auftakt bekamen wir am Samstag eine Einführung in die verschiedenen Sicherungsmaterialen, Klemmkeile, Friends, Hexentrics,Tri Cams und so weiter.

 Materialschlacht

Anfänglich war es ziemlich frustrierend irgendetwas in den Fels zu quälen, um dann doch festzustellen, dass es nicht hielt. Am Nachmittag aber versuchten wir uns an technischem Klettern an Sicherungen, die wir selbst gelegt hatten und bis auf einen Keil hielt tatsächlich dann auch alles unser Körpergewicht. Zum Abend hin kletterten wir dann noch ein wenig an leichten Routen in Toprope herum.

Rikita und ich beim technischen Klettern

Am Sonntag fuhren wir morgens zur Marienwand im Okertal, wo der Kursleiter Daniel dann einige Seile hochbrachte, während wir weitere Übungen absolvierten. Später sollten wir dann diese Routen in der Sicherheit der Toprope nachklettern und zusätzlich eigene Sicherungen legen. Zum Schluß kletterten wir dann jeder auch eine leichte Route im Vorstieg, wobei wir allerdings vornehmlich die schon von Daniel platzierten Sicherungen benutzten.

Rikita an der Marienwand

Nichtsdestotrotz war es ein sehr interessantes und schönes Wochenende, und ich meine, wir haben eine Menge gelernt. Nun ist es nur noch eine Angelegenheit, das Gelernte umzusetzen und zu üben, zunächst am besten an Sportrouten, die zusätzliche Zwischensicherungen erfordern und leichte Trad Routen, wo es nicht so wild ist, wenn eine gelegte Sicherung dann doch noch nicht perfekt ist, bis wir dann wirklich das Gefühl haben, das wir dem, was wir da legen, völlig vertrauen können. Wir hatten beide einen Heidenspaß in richtigen Felsen zu klettern, und obwohl die meisten Routen doch sehr leicht waren, war es schon eine klasse Erfahrung mal etwas zu klettern, was dann fast 30 Meter hoch war. Witzigerweise hatten wir vor fast einem Jahr noch sehnsuchtsvoll bei der Vorbeifahrt auf dem Wege zum ersten Boulderausflug in den Harz auf Kletterer in eben dieser Marienwand gestarrt und uns gewünscht, früher oder später auch einmal dort zu klettern.

Wir haben uns allgemein mit den anderen Kursteilnehmern verabredet, uns über zukünftige Kletterausflüge zu informieren, so dass sich andere bei Lust und Zeit anschließen können, zumal eine Sache überdeutlich wurde – was wir momentan an Material besitzen recht mit Sicherheit nicht für längere Routen, und wenn wir uns unser augenblicklich eher schmales Budget ansehen, wird sich das in absehbarer Zukunft auch nicht ändern.

Alles in allem eine klasse Erfahrung und richtig nette Leute, die uns eine Menge gebracht hat. Theoretisch könnte ich nun auch eine erste Route in meine noch jungfräuliche Trad-Tabelle aufnehmen, aber da ich nicht die Sicherungen selbst gelegt habe, sehe ich davon ab. Ich zweifle aber nicht daran, dass dort sehr bald erste Einträge zu finden sein werden.

One Response to “Harz – Okertal”

  1. Sehr aufschlussreicher und interessanter Blog. Man sollte öfters mal die Zeit und Möglichkeit finden einfach abzuschalten und eine neue Route in Angriff zu nehmen. Meiner Meinung nach ist Klettern eine der wenigen Sportarten, bei denen man alles um sich herum vergessen kann und sich nur auf den nächsten Tritt/Griff konzentriert.
    Man lernt bei diesem Sport auch viele neue Menschen kennen, diskutiert über Techniken und lernt dadurch viel neues dazu.
    Die eigene Körperhaltung und Körperspannung wird verbessert und man fühlt sich, wie auch bei jeder anderen sportlichen Betätigung, zufriedener und ausgeglichener.

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