Bodensteiner Klippen – das erste Mal

Nach einer Woche der Vorbereitung, bei der so ziemlich alles schief lief, was auch nur konnte (die Topos der Region befanden sich nicht in dem teuren antiquarischen Buch, das ich mir bestellt hatte, das, in dem sich zumindest eine Auswahl befindet traf nicht mehr rechtzeitig ein, es gab keine ausreichend detaillierten Wanderkarten und es gelang mir nur in allerletzter Minute (Samstag abend um 9 Uhr) unsere Räder noch gebrauchsfertig zu machen) bewegten wir uns nichtsdestotrotz am Morgen in Richtung Bodis.

Leider muss Rikita doch nächste Woche arbeiten und daher eine Mitfahrgelegenheit heute abend um sieben zurück nach Berlin wahrnehmen. Trotzdem erschien uns dies als ausreichend Zeit um ein paar erste Eindrücke zu sammeln, und ein paar Routen für die wir zwar keine Topos aber zumindest ausreichende Beschreibungen gefunden hatten zu klettern, um dann trotzdem noch rechtzeitig bei Tageslicht zurückzukommen. Die Fahrt zu den Klippen dauerte dann aber schon auf dem Hinweg deutlich länger, als wir uns ausgerechnet hatten – drei statt der veranschlagten zwei Stunden, da sich die Strecke als runde 40 km oder mehr entpuppte statt der angenommenen 30 km – zudem in ziemlich hügeligem Terrain, was in unserem gegewärtigem Trainingsstand, nach einem Winter ohne Radfahren, doch spürbar war.

Für einen ersten Eindruck und ein paar Routen schien die Zeit dennoch ausreichend zu sein, vorausgesetzt, wir würden die entsprechenden Felsen (Hauptturm und Co) auch finden. Wie dem auch sei, zum einen wähnten wir uns nach unserer Ankunft im südlichen Teil und marschierten folgerichtig nach Kompaß Richtung Norden, dummerweise auf kleinen Pfaden statt auf dem Hauptweg zu bleiben – ein teurer Fehler, wie sich dann herausstellen sollte. Wir brauchten geschlagene 1 1/2 Stunden, um zu den Sofaklippen zu gelangen, die wir eigentlich nur als Orientierungspunkt ansteuern wollten (und wir waren bei weitem nicht die einzigen, die da herumirrten – diverse Wanderer mit dem gleichen Ziel gaben auf Anfrage preis, genauso herumzuirren wie wir). Dort an den Sofaklippen sollte es auch einige Routen geben, von denen ich allerdings nur eine mit blitzendem Bühler in einer Überhangroute ausmachen konnte – allerdings hatte ich auch nur ein paar Minuten zum suchen, da ein Blick auf die Uhr erschreckenderweise enthüllte, das es höchste Zeit war umzukehren, damit Rikita dann auch noch Zeit für eine wohlverdiente Dusche und einen Happen zum Essen hatte, bevor sie zurückfahren mußte.

Es war natürlich eine herbe Enttäuschung – alles, was wir am Ende dann geklettert waren, war ein kleiner Quergang an einem Boulder, an dem die charakteristischen (und in diesem Fall sowas von überflüssigen) Chalk-Spuren ein Problemchen, das wir beide mühelos klettern konnte, auswies.

Zurück zu unseren Rädern fanden wir dann in einer knappen halben Stunde, und am Ende konnten wir uns dann auch einen Reim darauf machen, wo wir die ganze Zeit in etwa gewesen waren, so dass wir für zukünftige Unternehmungen dort besser gerüstet sind (das zweite antiquarische Buch sollte dann auch hoffentlich da sein).

Wir sahen eine Menge Wände, die durchaus kletterbar erschienen – keine davon allerdings wies irgendetwas durch Einstiegszeichen, Bohrhaken oder gar Umlenker auf eine Sport oder zumindest Mix-Route hin – und da wir sie von unserer Liste aus nicht identifizieren konnten, hätte es sich hier ebenso um gesperrte Felsen handeln können – zudem haben wir wie erwähnt ja noch keine Vorstiegserfahrung für Trad Routen – also sind solche Routen doch eher etwas für einen späteren Zeitpunkt – zum Beispiel nach unserem Vorstieg mit Selbstsicherungen Kurs Ende April im Harz, für den wir uns gerade eingeschrieben haben.

2 Responses to “Bodensteiner Klippen – das erste Mal”

  1. Rikita sagt:

    Ich sollte darauf hinweisen, dass es meine Idee war ein bisschen zu bouldern. Ich kann mich noch genau an meine Worte erinnern: „Lass uns mal ein bisschen bouldern, für den Fall dass wir keine von den Routen finden, damit wir trotzdem was gemacht haben.“ Ich wusste also, wovon ich rede (beziehungsweise, ich kenne unsere Orientierungsprobleme).

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