Archive for Februar, 2008

Bodensteiner Klippen – das erste Mal

Sonntag, Februar 24th, 2008

Nach einer Woche der Vorbereitung, bei der so ziemlich alles schief lief, was auch nur konnte (die Topos der Region befanden sich nicht in dem teuren antiquarischen Buch, das ich mir bestellt hatte, das, in dem sich zumindest eine Auswahl befindet traf nicht mehr rechtzeitig ein, es gab keine ausreichend detaillierten Wanderkarten und es gelang mir nur in allerletzter Minute (Samstag abend um 9 Uhr) unsere Räder noch gebrauchsfertig zu machen) bewegten wir uns nichtsdestotrotz am Morgen in Richtung Bodis.

Leider muss Rikita doch nächste Woche arbeiten und daher eine Mitfahrgelegenheit heute abend um sieben zurück nach Berlin wahrnehmen. Trotzdem erschien uns dies als ausreichend Zeit um ein paar erste Eindrücke zu sammeln, und ein paar Routen für die wir zwar keine Topos aber zumindest ausreichende Beschreibungen gefunden hatten zu klettern, um dann trotzdem noch rechtzeitig bei Tageslicht zurückzukommen. Die Fahrt zu den Klippen dauerte dann aber schon auf dem Hinweg deutlich länger, als wir uns ausgerechnet hatten – drei statt der veranschlagten zwei Stunden, da sich die Strecke als runde 40 km oder mehr entpuppte statt der angenommenen 30 km – zudem in ziemlich hügeligem Terrain, was in unserem gegewärtigem Trainingsstand, nach einem Winter ohne Radfahren, doch spürbar war.

Für einen ersten Eindruck und ein paar Routen schien die Zeit dennoch ausreichend zu sein, vorausgesetzt, wir würden die entsprechenden Felsen (Hauptturm und Co) auch finden. Wie dem auch sei, zum einen wähnten wir uns nach unserer Ankunft im südlichen Teil und marschierten folgerichtig nach Kompaß Richtung Norden, dummerweise auf kleinen Pfaden statt auf dem Hauptweg zu bleiben – ein teurer Fehler, wie sich dann herausstellen sollte. Wir brauchten geschlagene 1 1/2 Stunden, um zu den Sofaklippen zu gelangen, die wir eigentlich nur als Orientierungspunkt ansteuern wollten (und wir waren bei weitem nicht die einzigen, die da herumirrten – diverse Wanderer mit dem gleichen Ziel gaben auf Anfrage preis, genauso herumzuirren wie wir). Dort an den Sofaklippen sollte es auch einige Routen geben, von denen ich allerdings nur eine mit blitzendem Bühler in einer Überhangroute ausmachen konnte – allerdings hatte ich auch nur ein paar Minuten zum suchen, da ein Blick auf die Uhr erschreckenderweise enthüllte, das es höchste Zeit war umzukehren, damit Rikita dann auch noch Zeit für eine wohlverdiente Dusche und einen Happen zum Essen hatte, bevor sie zurückfahren mußte.

Es war natürlich eine herbe Enttäuschung – alles, was wir am Ende dann geklettert waren, war ein kleiner Quergang an einem Boulder, an dem die charakteristischen (und in diesem Fall sowas von überflüssigen) Chalk-Spuren ein Problemchen, das wir beide mühelos klettern konnte, auswies.

Zurück zu unseren Rädern fanden wir dann in einer knappen halben Stunde, und am Ende konnten wir uns dann auch einen Reim darauf machen, wo wir die ganze Zeit in etwa gewesen waren, so dass wir für zukünftige Unternehmungen dort besser gerüstet sind (das zweite antiquarische Buch sollte dann auch hoffentlich da sein).

Wir sahen eine Menge Wände, die durchaus kletterbar erschienen – keine davon allerdings wies irgendetwas durch Einstiegszeichen, Bohrhaken oder gar Umlenker auf eine Sport oder zumindest Mix-Route hin – und da wir sie von unserer Liste aus nicht identifizieren konnten, hätte es sich hier ebenso um gesperrte Felsen handeln können – zudem haben wir wie erwähnt ja noch keine Vorstiegserfahrung für Trad Routen – also sind solche Routen doch eher etwas für einen späteren Zeitpunkt – zum Beispiel nach unserem Vorstieg mit Selbstsicherungen Kurs Ende April im Harz, für den wir uns gerade eingeschrieben haben.

Hildesheim – DAV Kletteranlage

Freitag, Februar 22nd, 2008

Da Rikita im Moment keine Vorlesungen an der Uni hat, traf sie gestern für einen längeren Aufenthalt ein. Wir gingen dann auch schnurstracks zur DAV Kletteranlage, die donnerstags abends allerdings nur zwei Stunden geöffnet und zudem, wie wir feststellen mußten, recht voll ist.

Ich bin zunächst eine 7 diesmal so flüssig und sicher geklettert, dass ich sie beim nächsten Mal im Vorstieg versuchen werde – wir konnten uns da nicht allzulange aufhalten, da das Seil dort schon umlagert wurde.  Danach habe ich an einer zweiten 7 und an einer 8 gearbeitet.  Rikita war richtig happy, weil sie eine am selben Seil liegende 5 erstmalig geschafft hatte.  Für sie war es die erste Route mit langem Überhang in ihrer Sammlung.

Zwischenzeitlich habe ich einen der richtig guten Kletterer dort gesichert – es war ziemlich beeindruckend zu sehen, wie elegant und mühelos sein Klettern im Vergleich zu meinem eher Kampf- und Krampfstil aussieht…

Freaks

Montag, Februar 18th, 2008

Einem guten Trainings-Tip auf Dave MacLeod’s Webseite folgend, hatte ich mir ein paar Campus-Boards zum Finger- und Campus-boarding sowie eine Klimmzugstange zum aufwärmen bestellt – welche heute dann endlich an meiner Arbeitsstelle eintrafen.  Meine Nachbarn werden nicht sonderlich begeistert gewesen sein, dass ich dann um acht Uhr abends mit dem Bohren anfing, aber ich konnte einfach nicht mehr länger warten.  Da meine Decken relativ niedrig sind, habe ich nur drei Stufen montiert, aber da ich darunter von der Klimmzugstange aus anfange, ist das Heraufkommen in meinem augenblicklichem Fitnesstand schon heftig genug.  Die drei verbliebenen Boards und eine weitere Klimmzugstange bekommt Rikita, die dann zu Hause dasselbe Setup haben wird wie ich.

Zusätzlich teilen wir uns auch noch ein Set von 30 kleinen Spaxgriffen, die wir montieren wollen, um ein wenig an unserer Technik zu feilen. Als Rikita’s Vater am Sonntag von unseren Plänen hörte, war sein erster und vermutlich aus tiefster Überzeugung stammender Kommentar: „Freaks.“ 😉

Berlin – T-Hall

Samstag, Februar 16th, 2008

Da die Temperaturen heute so um den Gefrierpunkt lagen, entschloßen wir uns drinnen zu klettern. Ursprünglich wollten wir Möbel abholen, was am Ende nicht geschah, so daß wir trotzdem eher spät erst gegen drei zur T-Hall kamen. Dort fand dann gerade ein Kinder- und Jugendwettkampf statt, welcher die meisten Vorstiegrouten blockierte, zudem war wegen einer weiteren Veranstaltung der Laden nur noch drei Stunden auf. Die Toprope-Routen waren entsprechend umlagert und ich war ziemlich frustriert, dass ich an keiner der Routen arbeiten konnte, die ich mir ursprünglich vorgenommen hatte. Nachdem wir uns so eine Weile mit leichten Routen warmgeklettert hatten, wurde dann doch eine 8+ Route, auf die ich mein Auge geworfen hatte frei. Die ersten Züge waren alles andere als einfach, und besonders weit kam ich nicht, aber trotzdem hatte ich durchaus das Gefühl, dass sie mit entsprechender Arbeit daran durchaus im Bereich meiner Möglichkeiten liegt. Was mich dann allerdings ziemlich ärgerte, war, dass mich ein jungscher Typ herunterrief, gerade, als ich eine besonders schwierige Stelle, an der ich etliche Versuche benötigt hatte, um sie hinzubekommen, überwunden hatte – und dies um mir mitzuteilen, dass ihm nicht gefiel, wie ich mein Seil am Gurt festgemacht hatte.

Dies war nicht das erste Mal, dass jemand, der in einer bestimmten Art und Weise sichern oder Knoten zu binden gelernt hatte meinte, jeder andere müsse dies nun zwangläufig auch so tun. Ich habe bestimmt nichts gegen gute Ratschläge, aber in dieser Situation, wo es nicht um irgendwelche gefährliche oder sicherheitstechnisch relevante Geschichten ging, war das völlig daneben. Ich hatte das Seil genau so eingebunden, wie ich es von Carl in meiner allerersten Session beigebracht bekommen hatte, und bislang hatte sich noch niemand berufen gefühlt daran rumzumäkeln, noch hatte ich irgendein Problem damit feststellen können – Rikita meinte, der Typ hätte mich eine Weile beobachtet, und in Ermangelung tatsächlicher Tips für die Route nur irgendetwas sagen wollen, um sich wichtig zu machen. In diesem Fall war es völlig daneben, weil es meine Konzentration brach.

Rikita schlug sich tapfer und schaffte nach einigen frustierenden Anfangserlebnissen ein paar Routen sehr gut, litt aber unter meiner zum Teil nicht besten Laune.

Willkommen

Freitag, Februar 15th, 2008

So, nun ist auch die deutsche Version des Blogs betriebsbereit. Ihr könnt hier alles loswerden, was Euch in den Kopf kommt, ob nun zu den Beiträgen hier oder der Seite insgesamt.