Lebenszeichen

Februar 1st, 2010

Da ich in letzter Zeit doch einige neue Anmeldungen in meiner Inbox fand, gehe ich jetzt vermessenerweise mal davon aus, dass dieses Blog auch weiterhin noch gelesen wird.  Als kurzes Vorabupdate:  Ja, ich klettere noch, wir haben auch im letzten Jahr zum Beispiel eine ganze Woche am Ith rumgespielt, auch mein Brunkensen-Abenteuer hielt mich nicht davon ab, dort die eine oder andere Route zu klettern.  Rikita hat am Ith auch Fotos gemacht, die ich, wenn ich die Zeit mal finden werde (neben meiner Faulheit im Augenblick das Hauptproblem) mit entsprechendem gedächtnisgetrübten Bericht in absehbarer Zukunft hochladen werde.

Mir fiel in einigen Kommentaren auf, dass die Nutzer des deutschen Blogs natürlich nicht auf die Hauptseite aufmerksam wurden, wo es auch die Möglichkeit des direkten Kontakts gibt, daher hier mit läppischen zwei Jahren Verspätung die Adresse:

www.puremindmatters.net/deutsch/klettern

Berlin – Kirchbachspitze

Juni 23rd, 2008

Ziemlich heißes Wetter in Berlin gestern, mit Temperaturen um 30 Grad, aber wir trafen uns trotzdem mit Heinrich an der Kirchbachspitze. Meine Verletzung von der Brunkensen-Geschichte schienen eigentlich vor dem Wochenende gut verheilt zu sein, allerdings meldeten sich die Rippen schon im Laufe des Wochenendes. Also stieg Heinrich die meisten Routen vor, und ich merkte beim Topropen schon gewisse Bewegungseinschränkungen. Am Ende stieg ich nur eine 6+, die Heinrich topropen wollte, und eine körperlich sehr harte 5+, die eine Gruppe Damen nicht im Vorstieg über die Crux brachten (in Toprope schafften sie es dann), vor. Wie dem auch sei, genau da mußte ich mich doch einige Male stark drehen, und das tat meinen angeknacksten Rippen nicht gut. Als wir schließlich bei Rikita ankamen, waren die Schmerzen unerträglich.

Ich hoffe mal, dass sich dies bis zum nächsten Wochenende wieder gibt, zumal wir eventuell wieder an den Ith fahren wollen, wenn das Wetter mitspielt.

Brunkensen – Crash Test am Helleberg

Juni 16th, 2008

Wir hatten an diesem Wochenende nur einen Tag zum klettern zur Verfügung, also radelten wir nach Brunkensen, welches ca 35 km von meinem Wohnort weg liegt. Auf der Hinfahrt hatten wir noch Glück mit dem Wetter, aber bei unserer Ankunft fing es an zu regnen. Gott sei Dank waren es nur kurze Schauer, so daß wir trotzdem mit dem Klettern anfangen konnten, zur Eröffnung mit einer 6- Sport Route. Im unteren Bereich war der Fels noch etwas feucht und rutschig, aber es wurde mit zunehmender Höhe immer besser. Rikita schaffte die Route bravourös in Toprope und kletterte dann noch eine 3+ am selben Umlenker, die sie eigentlich vorsteigen wollte – da sie sich aber an einigen Stellen etwas unsicher fühlte, entschied sie sich unter diesen Wetterbedingungen dagegen.

Einstieg zum Abendweg

Danach kletterten wir eine 4 Trad Route, und Rikita kletterte noch eine weitere am selben Umlenker in Toprope. Mir stand der Sinn nach größeren Herausforderungen – und es gab an diesem Felsen 2 7er Trad Routen, die mich reizten. In die erste kam ich nicht einmal richtig rein, da ich nach den ersten Zügen im Dach keinen echten Griff ausmachen konnt. Nachdem ich verschiedene Varianten probiert hatte, brach ich meinen Versuch frustriert ab und marschierte zur nächsten. In diese kam man vergleichsweise leicht, da sie den Anfang mit einer 6- Route teilte und erst in ca 5 m Höhe abwich. Nachdem ich eine gute Sicherung mit einer Schlinge wegen der Seilführung verlängert hatte kam ich noch weit genug in die 7er, um in sehr wackeliger Position noch eine weitere Sicherung zu legen – und dann war Feierabend, nicht nur kein guter Griff, sondern gar keiner mehr. Nach einigen frustrierenden Anläufen entschloß ich mich, hier abzubrechen und statt dessen die 6- zu Ende zu klettern. Ich legte mehr oder minder fahrig noch eine weitere Sicherung und kam an der Crux an – die nicht so einsichtig war, dass meine erste Lösung funktionierte. Vom ganzen Frust vorher angefressen, entschloß ich mich einfach schnell auf Reibung hochzuschießen. Meine nächsten Eindrücke waren Rikitas Schreie, das satte Ping von zwei herausgedrückten Sicherungen, das Aufschlagen auf einem Vorsprung, bevor mich dann die letzte verlängerte Sicherung einen Meter über dem Boden abfing.

Platzieren der ersten Sicherung am Abendweg

Nun, abgesehen von ein paar Abschürfungen und blauen Flecken am linken Oberschenkel und Ellbogen, sowie in den Rippen war nichts weiter passiert, so daß ich nach einer Zigarettenpause zur Sammlung wieder raufging. Diesmal verbrachte ich mehr Zeit um noch eine weitere Sicherung zu legen, aber irgendwie hatte mir die Aktion den Zahn gezogen, und so entschlossen wir uns statt dessen, die Sache lieber in Toprope anzugehen. Rikita hängte selbige von der anderen Seite des Felsens von oben ein. Ich war nun richtig frustriert und verärgert, als ich sah, wie einfach die Stelle eigentlich gewesen war, als ich in Toprope leicht drüberkletterte. Also versuchte ich mich danach gleich noch an der Stelle, wo mich die 7 gestoppt hatte, aber die Konzentration und Spannung waren nun weg, so dass ich schon nach kurzer Zeit dort aufgab. Rikita schaffte die 6- ebenfalls, wenn auch an der Crux mit Seilunterstützung.

Nun ließ auch das Adrenalin nach und die Schmerzen kamen durch, gerade beim Sichern spürte ich doch deutlich den Druck des Gurtes am Oberschenkel. Also radelten wir zurück, und keine Minute zu früh, da wir im zweiten Teil der Tour noch gehörig naß wurden.

Trotzdem war es ein guter Nachmittag – den ich als Lernerfahrung notiere, und der mich in Zukunft sicher zu mehr Vorsicht beim Legen der Sicherungen veranlaßen wird – eben auch bei leichten Routen. Na, zumindest in den nächsten paar Wochen werde ich da auch noch ein paar spürbare Erinnerungshilfen haben 😉

Berlin – Kirchbachspitze

Juni 8th, 2008

Da ich an diesem Wochenende wieder in Berlin war, gingen wir am Samstag an der Kirchbachspitze zusammen mit Sigrid und Jonas klettern. Es war ausgesprochen heiß, so dass zur Abwechslung mal der Chalkbeutel obligatorisch war.

Rikita schlug sich sehr gut, und kletterte alle Routen die ich vorstieg nach, und stieg sogar zwei kürzere vor, wie auch Sigrid.

Mir gelang es alle Züge einer 7+/8- Route hinzubekommen, allerdings werde ich sie wohl noch ein bis zweimal topropen müssen, bevor ich sie im Vorstieg wagen werde. Am Ende schmierte ich bei der letzten Route augrund mangelnder Konzentration auch mal ab, nachdem wir auch fast 5 Stunden geklettert waren.

Alles in allem aber ein sehr netter Kletternachmittag.

Harz – Bouldern im Okertal

Juni 5th, 2008

Ich hatte mir schon längere Zeit vorgenommen, mal einen kurzen Abstecher in den Harz zu machen, um das in diesem Jahr bislang doch schmälich vernachlässigte Bouldern wieder in Gang zu bringen. Das Wetter schien ideal, nicht zu warm und nicht zu kalt und so radelte ich tapfer die 60 or 65 km zu den Studentenklippen. Leider war es extrem windig, so dass die Fahrt alles andere als ein Genuß war. Auch diesmal fand ich die Haltebucht nicht auf Anhieb und verplemperte so wertvolle Zeit.

Ich hatte gehofft, dort andere Boulderer anzutreffen, um eventuell mal in den Genuß eines Crashpads zu kommen – aber ich war völlig alleine, und so mußte ich mir wohl oder übel Probleme suchen, die ich ohne Stürze oder andere Ungeschicklichkeiten bewältigen konnte. Das war nicht so einfach, wie das klingt – auch wenn ich diesmal schon mehr Boulder als beim letzten Mal fand, ging doch ein Großteil der Zeit dafür drauf, zwischen den Felsen herumzuirren.

Am Ende fand ich aber doch das eine oder andere Problemchen, Highlight war hier „Nostromo“, am Alien. Zusätzlich zu den paar neuen Bouldern, habe ich dann auch noch ein paar ältere Probleme wiederholt.

Insgesamt war die Idee gut gewesen, aber ich bin viel zu spät los, hatte viel zu wenig Zeit und war insgesamt viel zu kaputt, um die ganze Aktion richtig genießen zu können. Ohne Crashpads oder Spotter ist das Risko bei schwierigeren Sachen auch einfach zu groß.

Ith – zweites Kletterwochenende

Juni 2nd, 2008

Heinrich, Sigrid und ihr Sohn Jonas fuhren mit uns am Wochenende in den Ith. Wir kamen am Freitag Abend an, und obwohl wir nach dem Zeltaufbau auch einen Grillabend geplant hatten, konnten wir es natürlich nicht abwarten, an die Felsen zu kommen. Wir kletterten einige einfache Routen an der Hexenkanzel, um Sigrid und Heinrich einen ersten Eindruck der Gesteinsbeschaffenheit zu geben. Wir kletterten bis zum Einbruch der Dunkelheit, und kamen dann doch noch spätabends zu unserem wohlverdienten Grillfleisch. Nichtsdestotrotz verabredeten wir einen frühen Aufbruch am nächsten Morgen. Der Zeltplatz war noch erstaunlich leer, aber ich hatte das Gefühl das es sich am Samstag doch deutlich füllen würde.

Da Rikita und Sigrid etwas länger brauchten, zogen Heinrich und ich voraus, um schon die eine oder andere Route vorzusteigen. Die frühe Stunde bescherte uns relativ freie Felsen an so beliebten Zielen wie dem Teufelstrichter. Als es dort doch ein wenig zu voll wurde, wichen wir an die Breite Wand aus, wo ich unter anderem eine 6er Trad Route namens Kir Royal und ein kleines Dachproblem namens Pernod-Dach (6+) vorstieg. Heinrich hatte leider wieder muskuläre Probleme in den Oberarmen, die ihn trotz Tapen das gesamte Wochenende über etwas behinderten. So versuchten sich nur Sigrid und Rikita am Pernod-Dach in Toprope, schafften es beide aber nicht, obwohl Sigrid schon recht dicht dran war – Rikita hatte da eher Probleme mit einer recht unangenehmen Körperhaltung beim Aufrichten für das Dach, so dass sie schließlich abspringen mußte.

Ulrike am Pernod-Dach

Danach marschierten wir an das Kamel, welches auf der West-Seite eine fast 30 Meter lange schöne Route hat – die natürlich leider ständig umlagert ist. Da es nun schon nachmittags war, beschloßen wir daher zum Kochen und einer kurzen Siesta auf den Campingplatz zurück zu gehen, um dann am Abend weiterzuklettern. Es war nicht ganz so heiß, wie die Wettervorhersage angekündigt hatte, aber dies schien doch die sinnvollste Lösung zu sein. Der Campingplatz war kaum wiederzuerkennen, wie vermutet war das Gros der Kletterer erst am Samstag eingetroffen.

Wohl gestärkt gingen wir nach unserer Pause dann zu den dem Campingplatz fernsten Felsen, um uns von dort rückwärts zurück zu arbeiten – allerdings waren die meisten guten Felsen, wie z.B. der Zwilling doch noch ziemlich voll, so dass wir am Ende an dem Nordwestlichen Buchenschluchtfelsen kletterten. Heinrich stieg dort als erstes eine Route vor, die im Vorstieg nicht ganz ohne ist, zumal im letzten Teil ein Körperriß war, der es zumindest im Vorstieg in sich hatte. Wir stiegen danach noch eine andere Route vor und bewegten uns dann in Richtung Campingplatz zurück. Am Mittagsfelsen angekommen, konnte Heinrich gerade noch eine Route zu Ende vorsteigen, bis uns der einsetzende Regen dann zum Umkehren zwang.

Heinrich in Aktion (bin mir nicht sicher, welche Route das ist)

Leider regnete es sich ein wenig ein, was wir zum Anlaß nahmen früh zu Bett zu gehen, und uns für den nächsten Tag einen sehr frühen Start vorzunehmen (wir wollten bei geeignetem Wetter um halb sechs aufstehen), um so den Massen zu entgehen – leider war es dann aber doch noch zu feucht, so dass wir weiterschlafen konnten. Auch als wir dann so gegen neun losmarschierten, waren die Felsen zum Teil noch sehr feucht. Wieder waren Heinrich und ich das Vorauskommando – allerdings waren wir während aller Routen, die wir an der Wilhelm-Raabe-Klippe kletterten, unter uns – die Damen waren mit Jonas an den Probierstein gegangen, wo dann auch er ein wenig klettern konnte.

 

Jonas am Probierstein

Wir kletterten ein paar schöne Trad und Sportrouten, die allerdings durch die feuchten Bedingungen doch um einiges schwerer waren. Die Damen stießen dann erst am Kamel zu uns, wo wir nach einiger Wartezeit dann endlich die begehrte West-Kante klettern konnten. An sich war die Route sehr leicht, nur weiter oben gab es eine ziemlich uneinsichtige Stelle, an der ich mich dann irgendwie hochwuchtete, aber es war schon für etwas Adrenalin gesorgt (ebenso durch ein Seil, dass jemand zum Abseilen mitten in die Route von oben geworfen hatte), nicht nur bei mir, sondern auch bei Rikita, die auf halber Höhe mit ihrem Fotoapparat auf mich wartete (man kann dort von hinten auf die Höhe des ersten Standplatzes gehen). Nach meiner Erfahrung riet ich Heinrich in Anbetracht seiner Verletzung von einem Vorstieg dort ab – allerdings hatten weder er, noch die beiden Damen sonderliche Schwierigkeiten mit der Route in Toprope.

 

An der West-Kante des Kamels

Da es am Kamel insgesamt sehr voll und laut war (zwei Jugendgruppen belagerten diesen Felsen), wichen wir dann wieder zu den hinteren Felsen aus – und endeten wieder am Mittagsfels, wo zunächst Heinrich eine sehr feuchte Rißroute vorstieg, die allerdings nicht besonders einladend aussah, so daß ich am Ende zum Abschluß noch einmal die Route, die er bereits am Vortag im Regen geklettert war, einhängte. Denn es war Zeit, zum Zeltplatz zurück zu gehen und die Zelte abzubauen – darüber hinaus war mein Energieniveau schon deutlichst gesunken, und das nicht nur ob des langsam eintretenden Hungers.

Sigrid beim Einstieg in die West-Kante des Kamels

Die Tatsache, dass ich heute doch recht schlaff und müde bin, läßt erkennen, dass wir doch so einiges geleistet haben (ich glaube so ca 15 Routen bin ich am Ende vorgestiegen). Ich glaube, wir waren alle mit dem Verlauf des Wochenendes zufrieden, auch wenn nicht alles so geklappt hatte, wie wir es uns gewünscht hatten – ich hatte mir beispielsweise zwei anspruchsvolle Routen auf den Wunschzettel geschrieben, aber dazu kam es bei diesem Mal zumindest noch nicht (eine 7+ Sportroute und eine 7- Trad-Route). Ich nehme allerdings stark an, dass zumindest Rikita und ich in baldiger Zukunft dort wieder sein werden, vielleicht ja auch irgendwann wieder mit Heinrich, Sigrid und Jonas.

Berlin – Kirchbachspitze

Mai 25th, 2008

Gutes Wetter in Berlin übers Wochenende, also trafen wir uns mit Heinrich zum klettern an der Kirchbachspitze am Samstag. Wir kletterten vornehmlich leichte Routen, die auch problemlos liefen, mal abgesehen von zwei kleinen Mißgeschicken – einmal hatte ich zu wenig Exen dabei, und beim zweiten Mal verfing sich eine Exe beim passieren in meinem Klettergurt. Später am Nachmittag stieß dann auch noch Carl zu uns, und ich rundete meinen Kletternachmittag mit ersten Versuchen an einer 8- ab, die ich in etwa bis zur Hälfte schaffte, bevor ich sie mir als Projekt für das nächste Mal aufhob. Als guten Referenzpunkt für meine Fortschritte kletterte ich davor eine Route, die mich im letzten Sommer noch nach der Hälfte zum Aufgeben zwang, wo ich dann auch peinlicherweise jemand anders bitten mußte, unsere Exen herunterzuholen – und diesmal war sie fast zu leicht, mal abgesehen von einem kleinem akrobatischen Intermezzo, welches Carl veranlaßte mich fast runterzuziehen, da er annahm, ich wäre kurz vorm Sturz – in Wahrheit aber mußte ich nur nach einer etwas dynamischeren Einlage nur meinen Schwung ausbalancieren.

Rikita beim Einstieg in die zweite Route des Tages

Ich an der selben Route

Heinrich versuchte ein wenig seinen Arm zu schonen, den er sich wohl erstmalig beim Kurs im Harz verletzt hatte, so daß ich alle fünf Routen, die wir zuende geklettert sind, vorsteigen konnte. Rikita schlug sich hervorragend, und kletterte mit neuem Selbstvertrauen. Es ist eine klare Verbesserung sichtbar, da sie Routen, an denen sich zuvor sehr schwergetan hatte, nun fast mit Leichtigkeit kletterte.

Heinrich in der ersten Route des Tages

Wenn alles nach Plan verläuft, werden wir am nächsten Wochenende mit Heinrich und Sigrid im Ith klettern – und so sehr mir das klettern an der Kirchbachspitze Spaß gemacht hatte, ziehe ich mitlerweile echten Fels deutlich vor und freue mich auf das nächste Mal in selbigen.

Ith – Erstes Mal

Mai 19th, 2008

Eigentlich hatten wir ein drei Tage Wochenende am Ith geplant, aber wie so oft machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und so wurde ein zwei-Tages Ausflug daraus. Am Sonntag kamen wir nach einer recht harschen Radtour abgekämpft am Zeltplatz des DAV an, nachdem es zeitweise so ausgesehen hatte, als würden wir umdrehen müßen, da Rikita von Halsschmerzen und anderen Erkältungssymptomen geplagt wurde.

Vom Campingplatz aus läuft man gerade mal 5-10 Minuten zu den sehr gut ausgeschilderten und von der Natur kletterfreundlich nacheinander aufgereiten Felsen. Es gibt dort sehr gut abgesicherte und interessante Sportrouten, aber wir entschieden uns vornehmlich für Trad Routen, zum einen weil diese in den für Rikita kletterbaren Graden angesiedelt sind, zum anderen natürlich auch, weil wir unsere neuerworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten durch reichlich Übung verbessern möchten. Rikita fühlt sich immer noch nicht sicher genug, um selber Routen vorzusteigen, platziert aber zur Übung bei fast allen Toprope Aufstiegen selber Material.

Ich am Torkopf Ost-Riß (Kamel)

Rikita am Torkopf Ost-Riß

Es war unser erster Kontakt mit Kalkstein, der nun doch ganz anders ist, wie das, was wir bisher geklettert sind – glatter, fast poliert wirkender Fels, der keinerlei Reibungsklettereien erlabut, dafür aber zumindest in den Routen, in denen wir unterwegs waren, reichlich Griffe. Die meisten Routen, die wir in Angriff nahmen, waren so zwischen 20 und 25 m hoch und ließen sich sehr gut sichern, obwohl wir mit etwas mehr Ausrüstung noch besser unterwegs gewesen wären.

Rikita beim Abseilen

Ich am Pieksriß des Teufelstrichters

Am Sonntag kletterten wir 5, heute dann noch einmal 3 weitere Routen, dann mußten wir leider schon wieder aufbrechen.

Nun, alles in allem ein netter Vorgeschmack von sicherlich vielen glücklichen Stunden, die wir in der Zukunft in dieser klasse Gegend verbringen werden – vermutlich werden wir uns auch weiterhin vorerst mehr auf Trad-Routen einschießen, um unsere Fähig- und Fertigkeiten da durch Übung zu festigen.

Dafür, dass es das erste Mal in dieser Gegend waren, schlugen wir uns eigentlich sehr gut, bei mir war es mehr eine Frage des Sicherns, wohingegen Rikita doch schon an ihrem Limit kletterte und da echte Erfolgserlebnisse einstreichen konnte (eine 6- und sogar eine 6 (möglicherweise, sind uns da ob der Topos nicht 100% sicher) z.B.).

Nun, ich kann unseren nächsten Besuch dort kaum erwarten…

Bodensteiner Klippen – ohne Netz und doppelten Boden

Mai 4th, 2008

Wunderbares Wetter gestern, also machten wir uns in Richtung Bodis auf den Weg. So langsam stellt sich auch ein wenig Kondition ein, so dass wir die Tour mit dem Fahrrad schneller und müheloser als zuvor bewältigten.

Zum Warmklettern  gingen wir erst einmal an die West-Wand des Hauptturms, die wir ja schon bei unserem letzten Besuch geklettert waren. Diesmal allerdings nutzte ich im Vorstieg meine neuerworbenen Fähigkeiten und legte vor dem ersten Bohrhaken eine Zwischensicherung. Rikita kletterte die Route in Toprope, legte aber ebenfalls eine Zwischensicherung.

Danach suchten wir Ewigkeiten nach Routen – das Problem ist hierbei, dass die Routen, die mit ausreichend Bohrhaken abgesichert sind, zum größten Teil schwieriger als das sind, was Rikita sich momentan zutraut. Also wagte ich dann doch, mich an selbgesicherten Routen zu versuchen. Als erstes kletterten wir eine leichte 4 am Mittelturm, die sich sehr gut absichern ließ und zudem wirklich einfach war. Am Anfang ließ sich gar eine Schlinge platzieren und auch die folgenden Sicherungen gelangen mir gut genug, um mich sicher zu fühlen.

 

Ich an der Rißverschneidung am Mittelturm

Rikita kletterte diese und alle anderen Routen in Toprope nach und legte ihrerseits zur Übung Sicherungen, aber sie vertraut diesen bislang noch nicht genug, um wirklich mal einen kompletten Vorstieg zu wagen. Vielleicht beim nächsten Mal.

Rikita an der Rißverschneidung am Mittelturm.

Die nächste Route (der Nord-Riß des Mittelturms, 4+) ließ sich noch besser sichern und allmählich fing die Sache an, richtig Spaß zu machen.

Rißklettern am Nordriß des Mittelturms

Nach einer kurzen Pause probierte ich mich dann an der dritten Route (Rechte Nord-Verschneidung des Mittelturms, 4+), wo ich reichlich Sicherungen legte, dann aber unerwartete Probleme bekam, zum Umlenker zu kommen. Fast hätte ich meine Sicherungskette einem ersten Härtetest unterziehen müssen (die Schwierigkeiten, die ich hinterher hatte manche Sicherungen wieder heraus zu bekommen, schien darauf hinzudeuten, dass dieser ohne Probleme überstanden worden wäre), aber mit ein wenig Tricksen und Queren kam ich dann trotzdem an. Klar, dass ausgerechnet in diesem Moment Publikum erscheinen mußte, in Form einiger versprengter Boulderer, die sich dann prompt erkundigen mußten, ob wir Anfänger seien, was Rikita ein wenig indigniert verneinte (die Tatsache, dass wir Helme trugen (Daniel wäre stolz auf uns gewesen) schien da ein solches Signal zu setzen (nebst meiner Kapriolen)).

Alles in allem ein klasse Klettertag und die Tatsache, dass ich problemlos Sicherungen legen konnte, denen ich ohne weiteres vertrauen konnte, eröffnen uns auch für die Zukunft eine Vielzahl von neuen Routen, gerade in diesem Gebiet – da die meisten leichteren Routen eben nicht mit Bohrhaken abgesichert sind. Bei Rikita wird es vermutlich etwas länger dauern, bis sie dieses Vertrauen aufbaut – aber das konstante Üben wird sicherlich irgendwann auch Früchte tragen.

Harz – Okertal

April 28th, 2008

Endlich war das Wochenende des langersehnten traditionellen Kletterkurses da. Wir fuhren mit den Fahrrädern zum Campingplatz im Polstertal, unweit der Kletterfelsen im Okertal. Die Fahrt war nett, bis auf ein paar Schauern mit Regen und Hagel spielte auch das Wetter mit.

Das Gros der Kursteilnehmer kam relativ spät am Abend an, bis auf einen, mit dem wir uns dann klönenderweise die Wartezeit verkürzten. Nachdem die anderen dann eingetroffen und ihre Zelte aufgebaut hatten, gab es dann noch ein kurzes Treffen mit Vorstellung und Vorausblick auf das Kommende der folgenden beiden Tage, bevor wir schlafen gingen.

Die Temperatur fiel in der Nacht dann rapide und Rikita mußte zu ihrem Leidwesen erfahren, dass ihr Schlafsack für diese Temperaturen doch recht ungeeignet ist – eine Erfahrung, die ich nach Tausch in der zweiten Nacht nur bestätigen konnte. Wie dem auch sei, zum Ausgleich hatten wir dann an beiden Tagen exzellente Wetterbedingungen zum Klettern tagsüber.

Zum Auftakt bekamen wir am Samstag eine Einführung in die verschiedenen Sicherungsmaterialen, Klemmkeile, Friends, Hexentrics,Tri Cams und so weiter.

 Materialschlacht

Anfänglich war es ziemlich frustrierend irgendetwas in den Fels zu quälen, um dann doch festzustellen, dass es nicht hielt. Am Nachmittag aber versuchten wir uns an technischem Klettern an Sicherungen, die wir selbst gelegt hatten und bis auf einen Keil hielt tatsächlich dann auch alles unser Körpergewicht. Zum Abend hin kletterten wir dann noch ein wenig an leichten Routen in Toprope herum.

Rikita und ich beim technischen Klettern

Am Sonntag fuhren wir morgens zur Marienwand im Okertal, wo der Kursleiter Daniel dann einige Seile hochbrachte, während wir weitere Übungen absolvierten. Später sollten wir dann diese Routen in der Sicherheit der Toprope nachklettern und zusätzlich eigene Sicherungen legen. Zum Schluß kletterten wir dann jeder auch eine leichte Route im Vorstieg, wobei wir allerdings vornehmlich die schon von Daniel platzierten Sicherungen benutzten.

Rikita an der Marienwand

Nichtsdestotrotz war es ein sehr interessantes und schönes Wochenende, und ich meine, wir haben eine Menge gelernt. Nun ist es nur noch eine Angelegenheit, das Gelernte umzusetzen und zu üben, zunächst am besten an Sportrouten, die zusätzliche Zwischensicherungen erfordern und leichte Trad Routen, wo es nicht so wild ist, wenn eine gelegte Sicherung dann doch noch nicht perfekt ist, bis wir dann wirklich das Gefühl haben, das wir dem, was wir da legen, völlig vertrauen können. Wir hatten beide einen Heidenspaß in richtigen Felsen zu klettern, und obwohl die meisten Routen doch sehr leicht waren, war es schon eine klasse Erfahrung mal etwas zu klettern, was dann fast 30 Meter hoch war. Witzigerweise hatten wir vor fast einem Jahr noch sehnsuchtsvoll bei der Vorbeifahrt auf dem Wege zum ersten Boulderausflug in den Harz auf Kletterer in eben dieser Marienwand gestarrt und uns gewünscht, früher oder später auch einmal dort zu klettern.

Wir haben uns allgemein mit den anderen Kursteilnehmern verabredet, uns über zukünftige Kletterausflüge zu informieren, so dass sich andere bei Lust und Zeit anschließen können, zumal eine Sache überdeutlich wurde – was wir momentan an Material besitzen recht mit Sicherheit nicht für längere Routen, und wenn wir uns unser augenblicklich eher schmales Budget ansehen, wird sich das in absehbarer Zukunft auch nicht ändern.

Alles in allem eine klasse Erfahrung und richtig nette Leute, die uns eine Menge gebracht hat. Theoretisch könnte ich nun auch eine erste Route in meine noch jungfräuliche Trad-Tabelle aufnehmen, aber da ich nicht die Sicherungen selbst gelegt habe, sehe ich davon ab. Ich zweifle aber nicht daran, dass dort sehr bald erste Einträge zu finden sein werden.